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Ticketprobleme und unfreundliche Kontrolleure

Eine Mutter war aus dem Bus geworfen worden, weil ihre neue Chipkarte nicht funktionierte. Kunden der Verkehrsbetriebe dürfte der Fehler nicht treffen.

© Jürgen Herrmann

Von Tobias Wolf

Wenn neue Technik eingeführt wird, kommen irgendwann auch die Probleme damit. So ging es einer jungen Mutter aus Glaubitz, die eine der neuen Chipkarten als Monatskarte nutzt. Samt Kinderwagen wurde die Frau von einer resoluten Fahrerin aus einem Bus der Verkehrsgesellschaft Meißen geworfen, weil beim Einlesen der Karte ein Fehler auftrat. Das Busunternehmen gehört wie die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) zum Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Den Kunden der Dresdner Verkehrsbetriebe könne dies nicht passieren, versichert DVB-Sprecherin Anja Ehrhardt.

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Der Fehler trete nur bei Chip-Monatskarten auf, die von der Deutschen Bahn (DB) ausgegeben wurden. Bei den kleineren Verkehrsunternehmen im VVO hatte die Bahn die Technik betreut, so Erhardt weiter. Dresdner können ebenfalls von dem Chipkartenproblem betroffen sein, aber nur, wenn sie DB-Karten nutzen. Die DVB haben seit Januar 2015 insgesamt 72 000 solcher Chipkarten an ihre Kunden mit Abo-Monats- und Jahreskarten ausgegeben. 2016 soll das Jobticket von Papier auf Plastik umgestellt werden.

Der Fall der jungen Mutter hatte unter Kunden massive Kritik am Service öffentlicher Verkehrsmittel ausgelöst. In diesem Zusammenhang werden auch Fahrkartenkontrolleure thematisiert, die oft als unfreundlich bezeichnet werden. So beschrieb eine Leserin auf sz-online, dass Kontrolleure in Dresden wohl etwas rabiat vorgehen würden. Als sie am Dienstag zwei Schüler überprüften, hätten sie sofort damit gedroht, persönliche Daten aufzunehmen und die vermeintlichen Delinquenten rauszuwerfen – obwohl die Karten korrekt gestempelt waren.

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Laut DVB-Sprecherin Ehrhardt ist dieser Fall inzwischen aktenkundig. Es komme vor, dass sich Kunden über unfreundlich auftretende Kontrolleure beklagen. 2015 gab es insgesamt 34 Beschwerden. Die meisten betrafen jedoch nicht den Umgang mit Schülern, sondern mutmaßlich wegen der Sprachbarriere das Verhalten gegenüber Flüchtlingen.