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Kräftig pusten für die Gesundheit

Ein Gesundheitsprojekt soll Oberhermsdorfs Erstklässler  fürs Leben fit machen – auch mit Pfeifchen und kleinen Bällen.

Von Annett Heyse

Die Form des knallgelben Plastikspielzeugs erinnert ein bisschen an eine Tabakspfeife, nur dass die Luft darin nicht eingezogen, sondern kräftig gepustet wird. Und schon schwebt der Tischtennisball durch die Luft und landet mit ein bisschen Geschick auf der „Pfeife“ des Banknachbarn. Annett Kohlhoff lässt die Grundschüler noch ein bisschen üben und Spaß dabei haben, dann ruft sie zur Ruhe. Denn eigentlich ist dies ja eine Unterrichtsstunde. Eine besondere noch dazu.

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Diese Woche kam die Mitarbeiterin der Suchtprävention Dresden erstmals nach Oberhermsdorf. Auf dem Plan stand die Auftaktveranstaltung zur „Klasse 2 000“. Dahinter verbirgt sich ein Gesundheitsprojekt, kombiniert mit Gewalt- und Präventionsvorbeugung, welches die Schüler nun bis zum Ende ihrer Grundschulzeit begleiten wird. Die Programminhalte werden vor allem im Sachunterricht eine Rolle spielen. Es geht um den Körperaufbau, gesunde Ernährung, Bewegung, aber auch den Umgang mit Mobbing. „Den Kindern macht das nicht nur viel Spaß, sondern vieles, was ohnehin im Lehrplan steht, wird durch dieses Projekt noch ergänzt und vertieft“, erklärt Schulleiterin Kristina Heinz. Weil das bundesweit angebotene Projekt nicht ganz kostenlos zu haben ist, musste sich die Schule einen Paten suchen. Geldgeber ist der Kesselsdorfer Zahnarzt Tobias Mayer, den die Kinder bereits bei den alljährlichen Zahnuntersuchungen kennenlernten.

Die jetzigen Erstklässler sind aber nicht die Ersten, die bei Klasse 2 000 mitmachen. Auch die dritte Klassenstufe beteiligt sich an dem Projekt, mit finanzieller Unterstützung durch den Lions Club. „Wir haben mit Klasse 2 000 gute Erfahrungen gemacht. Die Lehrer bekommen das Material, dreimal im Jahr kommt der Verein in die Schule“, berichtet Kristina Heinz. Gerade die Unterrichtsstunden, die mal von anderen Personen gehalten werden, lieben ihre Schützlinge: „Es ist eben doch mal etwas anderes. Da bleibt viel hängen.“

Darüber hinaus liege der Schule ohnehin viel an der Gesundheitsförderung, auch wenn nicht jeder Jahrgang an solchen Projekten teilnehmen kann. „Wir haben hier noch eine Milchpause, es gibt ein gesundes Frühstück in den Klassen und zum Mitmachen eine Arbeitsgemeinschaft Kochen und Backen“, sagt die Schulleiterin.