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Das müssen Tierbesitzer jetzt wissen

Wegen Corona werden die Grenzkontrollen wieder schärfer. Veterinärarzt Frank Düring sagt, wie die Urlaubsplanung mit dem Haustier jetzt sein soll.

Frank Düring hat als Tierarzt nicht nur Kleintiere zu behandeln, sondern auch viele Fragen von deren Besitzern zu beantworten, gerade jetzt in der Reisezeit.
Frank Düring hat als Tierarzt nicht nur Kleintiere zu behandeln, sondern auch viele Fragen von deren Besitzern zu beantworten, gerade jetzt in der Reisezeit. © Daniel Förster

Hunde- und Katzenkörbchen sind schnell im Wohnmobil verstaut. Und für deren Besitzer oft auch die einzige Gelegenheit, mit ihren lieben Haustieren auf Reisen zu gehen. Derzeit sieht man sie wieder überall: vor dem Wohnmobil oder dem Caravan angeleinte Hunde und Katzen. Doch für viele von ihnen geht es auch etwas weiter weg, ins Ausland und dann auch mitunter gen Süden. Und da gibt es einiges zu beachten.

Wer eine solche Riese antritt, sollte den Urlaub sorgfältig planen. "Tierbesitzer wissen meist, was sie mitnehmen müssen. Doch wer jetzt reist, sollte mit verstärkten Grenzkontrollen rechnen und da gehören eben auch alle sämtlichen ausgefüllten Unterlagen, wie der EU-Pass mit dazu", sagt Tierarzt Dr. Frank Düring, der im Stolpener Ortsteil Rennersdorf-Neudörfel eine Tierklinik betreibt. Pflicht ist der EU Pass für Hunde, Katzen und Frettchen. Für andere Haustiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Vögel gilt der EU-Heimtierausweis hingegen nicht. Im EU-Pass müssen unter anderem die vorgenommenen Impfungen, die Chipnummer des Tieres sowie relevante Daten des Halters und des Tieres eingetragen sein. Ist das nicht der Fall, kann es bei Grenzkontrollen richtig Ärger geben und auch noch ein Bußgeld drohen. Wer nicht ins Ausland möchte mit seinen Vierbeinern, der braucht den EU-Pass für Tiere nicht.

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Frank Düring hat derzeit nicht nur die Tiere in Behandlung, sondern wird von deren Besitzern auch öfters um Rat bei Themen, wie verreisen mit dem Haustier befragt. Da geht es neben dem EU-Pass auch um mögliche ansteckende Krankheiten, die sich die Tiere, wie eben auch Menschen, im Urlaub einfangen können.  Deshalb verweist er auch darauf, dass Reisende in südliche Länder wie Spanien, Italien, Kroatien  nicht nur die Zeckenproblematik beachten sollten, sondern auch die der Sandfliege beziehungsweise Sandmücke. Diese kommen vor allem in wärmeren Gebieten und in diesen Ländern gehäuft vor. 

Diese winzigen Mücken nisten sich ein. Sie können Einzeller Namens Leishmania übertragen und die Infektionskrankheit Leishmaniose auslösen. Die Leishmanien befallen Menschen aber eben auch Tiere und können das gesamte Organsystem schädigen. Die Leishmaniose ist eine Krankheit, die schwere Symptome auslösen kann. Deshalb rät der Tierarzt, sich vor Reiseantritt gut zu informieren und rechtzeitig auch an eine Zecken- und Sandmückenprohylaxe zu denken. Und das eben nicht erst kurz vor dem Reisetermin, sondern so, dass die Behandlung auch noch wirken, also ein hoher Impfschutz aufgebaut werden  kann. "Man sollte diese Krankheit auf keinen Fall unterschätzen", sagt er.

Bleibt die Krankheit zunächst unentdeckt und unbehandelt, kann Leishmaniose in späteren Stadien der Erkrankung unter anderem zu einem Nierenversagen führen, das für das Tier tödlich enden kann. Doch auch rechtzeitig entdeckt ist Leishmaniose oft nicht heilbar, kann aber medikamentös behandelt werden.

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