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Tierisches Treiben

Frösche, Fische und Fledermäuse halten Sebnitz auf Trab. Für den Faschingsumzug eine Steilvorlage.

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Von Dirk Schulze

Die Frösche feiern ordentlich Party in ihrem neuen Tunnel. Schön geräumig ist er, die Musik aus den großen Boxen stimmt und Bier gibt’s hier auch. Für 864 000 Euro kann man schließlich auch einigen Komfort erwarten!

Rote Haare, grüne Mähne. Mensch und Tier waren bunt geschmückt.
Rote Haare, grüne Mähne. Mensch und Tier waren bunt geschmückt.
Die Piraten des Ulbersdorfer Kulturclubs ließen fleißig Konfetti regnen.
Die Piraten des Ulbersdorfer Kulturclubs ließen fleißig Konfetti regnen.
Joelina und die beiden Bühler Quetscheteufel sind extra aus der Nähe von Karlsruhe angereist, um beim Sebnitzer Fasching dabei zu sein. Sie zogen mit durch die Stadt.
Joelina und die beiden Bühler Quetscheteufel sind extra aus der Nähe von Karlsruhe angereist, um beim Sebnitzer Fasching dabei zu sein. Sie zogen mit durch die Stadt.
Nicht fehlen darf natürlich die Funkengarde des Faschingsvereins vom Buchberg. In Blau und Weiß marschierten die Mädels ganz vorn an der Spitze des Umzugs mit.
Nicht fehlen darf natürlich die Funkengarde des Faschingsvereins vom Buchberg. In Blau und Weiß marschierten die Mädels ganz vorn an der Spitze des Umzugs mit.

Der Krötentunnel an der Straße nach Lichtenhain, der in den Sommermonaten gebaut werden soll, war eines der großen Themen bei 96. Sebnitzer Faschingsumzug. „Die Staatskasse ist leer, aber Geld für’n Froschverkehr“, lautete einer der Sprüche am Wagen mit den Titel „Froschpartytunnel“. Entsprechend froh und munter hüpften die Frösche dann auch über das Pflaster rings um den Markt. Weitere Tiere von denen sich die Sebnitzer gerade genarrt fühlen und die deshalb in der Ansprache des Elferrats an Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) ihren Platz fanden: Fledermäuse und Fische. Die Narren sind der Überzeugung, dass es nicht irgendeine Fledermaus ist, die sich im alten Bürohaus an der Hohnsteiner Straße 1b eingenistet hat und damit dessen Abriss zwischenzeitlich verhinderte, sondern eine ganz bestimmte: die Kleine Hufeisennase. Der sei es an der Dresdner Waldschlösschenbrücke zu laut geworden. Also flatterte sie in Richtung Osten und suchte sich in Sebnitz ein lauschiges Winterquartier. Dort darf sie in Ruhe ausschlafen, bevor die Bagger ran dürfen.

Fische hingegen bremsen die Bauleute im Sebnitztal aus. Für Wanderer geht es deshalb nur noch nassen Fußes von einem Ufer zum anderen. Denn die sieben beim Hochwasser zerstörten Brücken des Wanderweges können erst neu errichtet werden, wenn die Schonzeit der Fische im Sebnitzbach vorbei ist. Doch nicht nur die Tierwelt, nein, auch die Pflanzenwelt macht den Sebnitzer Narren zu schaffen. „Nationalpark unser Stolz, warum wird er abgeholzt?“, fragten die Sachsenländer Blasmusikanten an ihrem Traktor.

Auch verkehrstechnisch scheint in Sebnitz nicht alles rund zu laufen. Zumindest nicht im Kreisverkehr am bunten Haus. Dessen neue Gestaltung wurde gleich von zwei Umzugswagen bemängelt. Oberbürgermeister Ruckh hat übrigens versprochen, dass er zum 100. Buchberg-Faschingsumzug in vier Jahren persönlich auf einem Wagen mitfährt – wenn er darf.