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Ausgebüxtes Känguru gibt Rätsel auf

Das Tier war auf einem Grundstück im Quitzdorfer Ortsteil Kollm aufgetaucht. Wo es herkommt, ist unklar. 

Catrin und Sven Hammer vom Görlitzer Tierpark haben das Känguru eingefangen.
Catrin und Sven Hammer vom Görlitzer Tierpark haben das Känguru eingefangen. © Naturschutz-Tierpark Görlitz

Am späten Montagnachmittag wurde die Polizei zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen. Anwohner hatten auf einem Grundstück im Quitzdorfer Ortsteil Kollm ein Känguru entdeckt. 

Recherchen, wo das Tier her stammen könnte, blieben ergebnislos. Eine erste Vermutung, dass das Tier von einem Weigersdorfer Hof, der Kängurus hat, stammen könnte, bewahrheiteten sich nicht. "Das Känguru ist mit einem Meter relativ klein und kann nach Aussage der Weigersdorfer Hofeigentümer deshalb nicht von dort kommen", sagt Polizeisprecher Philipp Marko. 

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Also wurde der Tierpark Görlitz angerufen. Tierparkdirektor Sven Hammer und seine Frau Catrin machten sich  auf den Weg. "Als wir ankamen. hatte die Polizei alle Zufahrten auf dem Grundstück gesperrt, so dass das Tier nicht entkommen konnte", erzählt Catrin Hammer. Das Känguru, ein Bennett-Känguru (auch Rotnackenwallaby) sei offensichtlich an Menschen gewöhnt, aber auch aufgeregt gewesen. 

Sven Hammer konnte das etwa anderthalb bis zwei Jahre alte Männchen mit zwei Narkosepfeilen, aus dem Blasrohr geschossen, so beruhigen, dass es nach einer halben Stunde mit einem Käscher eingefangen werden und in eine Transportkiste gedrückt werden konnte. Es wurde in den Tierpark in die Wildtierauffangstation gebracht und dort versorgt. Wie es jetzt für das Känguru weitergeht, ist noch unklar. 

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Zunächst wird weiter versucht den Besitzer zu ermitteln. Die Tiere würden vor allem in Zoos oder Tierparks, aber auch zunehmend von Privatpersonen gehalten, erklärte Hammer. Gelingt es nicht, den Besitzer zu finden, wird eine Tierpark gesucht, der das Känguru aufnehmen könnte.  Im Görlitzer wird es nicht bleiben. Tierpark-Kuratorin Catrin Hammer: "Wir haben eine andere Art, Graue Riesenkängurus. Wir wollen unsere Herde beisammen lassen und auch für das Bennett-Känguru wäre es besser, wenn es unter Artgenossen leben könnte."

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