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Tierpark Riesa bekommt Zuwachs

Neuerdings bewohnt eine Polarfüchsin die Anlage am Kloster. Auch sonst hat sich dort in der Corona-Pause einiges getan.

Polarfüchsin Lissy ist die neueste Attraktion im Riesaer Tierpark.
Polarfüchsin Lissy ist die neueste Attraktion im Riesaer Tierpark. © Sebastian Schultz

Riesa. Der Rotfuchs hat eine neue Nachbarin bekommen. Nachdem das Gehege im Riesaer Tierpark schon einige Zeit leer stand, lebt seit einigen Tagen eine Polarfüchsin im früheren Wildkatzen-Domizil. Offenbar durchaus zur Freude auch der entfernten Verwandtschaft, sagt Michael Tobis vom Riesaer Tierpark: Die beiden Gehege sind so miteinander verbunden, dass sich die Bewohner sehen und "unterhalten" können. "Das klingt wie Hühnergackern", erklärt Tobis. 

Am 18. Mai kam Lissy, so heißt die zwei Jahre alte Füchsin nach Riesa. Er habe schon länger den Wunsch gehegt, einen Polarfuchs in die Anlage am Kloster zu holen, erzählt Michael Tobis, der zurzeit die Geschäfte im Tierpark leitet. "Ich habe ein Faible für diese Tiere, ich finde sie knuffig." Und das, obwohl er doch Hühnerhalter sei, scherzt er. In Bischofswerda hatte Tobis schließlich Glück: Lissy vertrug sich nicht gut mit den beiden anderen Artgenossen in der dortigen Anlage. "So etwas kommt vor", sagt Tobis. Er hofft nun darauf, vielleicht noch an ein Männchen zu kommen.

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Michael Tobis leitet derzeit interimsweise die Geschäfte im Riesaer Tierpark.
Michael Tobis leitet derzeit interimsweise die Geschäfte im Riesaer Tierpark. © Sebastian Schultz

Die Füchsin, die in den nächsten Wochen ihr weißes Winter- gegen ein blaugraues Sommerfell tauschen wird, ist nicht die einzige neue Attraktion, die seit der coronabedingten Pause im Tierpark dazugekommen ist. Zwar war die Anlage in Riesa wochenlang für den Besucherverkehr geschlossen. Drinnen nutzten Michael Tobis und die Kollegen die Zeit aber für einige Arbeiten. Unterhalb des Mufflongeheges stehen jetzt zum Beispiel neue Sitzmöbel, gesponsert durch die Energiegesellschaft Riesa (EGR). Die Bank an dieser Stelle war in die Jahre gekommen, sagt Michael Tobis. 

Direkt daneben hat er eine überdachte Holzkiste bereitgestellt. "Zündmittel" steht drauf, drinnen befinden sich Zeitschriften. "Passt eigentlich - sind schließlich Zündmittel für den Kopf", sagt Tobis und lächelt. Das Angebot werde ganz gut angenommen, wie auch die Neuerungen in einer anderen Ecke des Tierparks: Gegenüber des Streichelgeheges haben die Tierpark-Mitarbeiter einen kleinen Barfuß-Pfad und ein Hüpfspiel angelegt. "Mit ganz einfachen Mitteln", betont Michael Tobis. Hauptsache, es gebe mal wieder einige Neuerungen. 

Der neue Barfußpfad im Tierpark Riesa.
Der neue Barfußpfad im Tierpark Riesa. © Sebastian Schultz

Über mangelndes Besucherinteresse nach der Wiedereröffnung Anfang Mai kann der Interims-Leiter des Tierparks jedenfalls nicht klagen. "Ab dem 4. Mai stand das Telefon nicht mehr still", erzählt er. Die Leute hätten es kaum erwarten können, nach der langen Pause mal wieder etwas Neues zu machen. Die Erfahrung hat der Tierpark-Betreiber FVG auch mit den anderen Kultureinrichtungen gemacht, sagt Geschäftsführerin Manuela Langer. "Die Leute haben es vermisst." Museum und Bibliothek hätten ebenfalls spürbar mehr Besucher angezogen als an durchschnittlichen Tagen. 

Tierpark öffnet eine Stunde später

Im Tierpark wurden dabei die Öffnungszeiten angepasst. Jeweils von 10 bis 18 Uhr soll in den Sommermonaten geöffnet sein, also eine Stunde später als das früher der Fall war. Die Entscheidung sei "aus der Erfahrung heraus" getroffen worden, sagt Manuela Langer. Offenbar kamen in der ersten Stunde nur wenige Besucher. Dafür hat Michael Tobis jetzt die Erfahrung gemacht, dass um 10 Uhr wirklich schon die ersten Besucher am Eingang stehen. 50 Leute dürfen zeitgleich in der Anlage sein. Eine Herausforderung für den Tierpark, sagt Michael Tobis. "Die großen Zoos können über Onlinetickets feste Zeiträume vergeben." Das bekommt der kleine Betrieb in Riesa nicht gestemmt. Lange warten musste bisher aber noch niemand. 

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Offen ist noch, wie es mit der vakanten Stelle des Tierpark-Leiters weitergeht. Die Corona-Krise hatte die Suche verzögert; die FVG-Chefin hofft nun auf baldige Klarheit. Der letzte Tierpark-Chef Florian Hanisch hatte Anfang des Jahres nach wenigen Monaten Riesa wieder verlassen.  Auch eine interne Nachbesetzung schließt Manuela Langer nicht aus: "Wir denken in alle Richtungen."

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