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Meißen

Tierparkchef will über Ausstieg sprechen

Heiko Drechsler möchte die Anlage abgeben und fordert einen Ausgleich für seine Investitionen.

Heiko Drechsler, Chef des Tierparks in Siebeneichen, zeigt den Schülern der Triebischtalschule Meißen das kleine Minikänguru Gertrud.
Heiko Drechsler, Chef des Tierparks in Siebeneichen, zeigt den Schülern der Triebischtalschule Meißen das kleine Minikänguru Gertrud. © Claudia Hübschmann

Meißen. Nach zwei schlechten Jahren ohne Zuschüsse und damit Helfer hat der Meißner Tierparkbetreiber Heiko Drechsler jetzt angekündigt, sich zurückziehen zu wollen. Im nächsten Jahr könne dann ein neuer Interessent übernehmen. Er sei bereits damit beschäftigt, seinen schrittweisen Abgang vorzubereiten.

Von Bürgermeister Markus Renner habe er im Rahmen des Jahreswechsels ein sehr freundliches Schreiben erhalten, so Drechsler am Montag gegenüber der SZ. Daraufhin habe er sich telefonisch im Rathaus gemeldet und um ein Gespräch mit Renner sowie Stadträten gebeten. In diesem wolle er die Gründe für seinen Entschluss erläutern und über das Prozedere für seinen Ausstieg verhandeln.

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Kraft ist erschöpft

Der Stadt wirft Drechsler vor, sich nicht an Absprachen und Zusagen ihm gegenüber gehalten zu haben. So sei die Anlage nicht umfassend in das Meißner Verkehrsleitsystem aufgenommen worden. Ähnlich verhielte es sich mit dem ursprünglich zugesicherten Erbbaurecht. Ein Spielplatz entstand seiner Darstellung nach nur verspätet nach Jahren des Drängens und Bettelns.

„Die beiden letzten Jahre waren die schlimmste Zeit in meinem ganzen Leben“, so Drechsler. Nach knapp zwei Jahrzehnten sehe er keine Möglichkeit mehr, den Tierpark allein weiterzuführen. Seine Kraft sei erschöpft. 

Leid tue ihm, dass dies gerade zu einem Zeitpunkt komme, wo angestoßen durch die Initiative „Bürger für Meißen“ ein tragfähiges Konzept für das Areal in Angriff genommen werde. Dies komme für ihn und seine Frau jedoch zu spät. „Wir bräuchten jetzt schnell und unbürokratisch Hilfe“, so der 56-Jährige. Das Minus auf dem Tierparkkonto liege mittlerweile bei rund 9.000 Euro. Seine private Krankenversicherung habe die Beiträge um 37 Prozent erhöht.

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In den Gesprächen mit der Stadt möchte Drechsler auch die Frage klären, wie er für die durch ihn und seine Familie getätigten Investitionen in Siebeneichen entschädigt wird. Diese Leistungen habe er erbracht, da er davon ausgegangen sei, den Tierpark später an seinen Sohn als Nachfolger übergeben zu können. Dieser Plan habe sich jedoch durch die ausbleibende Hilfe der Stadt zerschlagen. Diese hatte ihr Verhalten wiederum mit mangelnder Kooperations- und Kompromissbereitschaft des Tierparkbetreibers begründet.

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