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Tierquälerei bei Transport?

Zwei Mitarbeiter einer Riesaer Firma erhalten einen Strafbefehl. Aber sie weisen den Vorwurf der Misshandlung zurück.

© David-Wolfgang Ebener/dpa (Symbolbild)

Von Helene Krause

Döbeln. Ein Tiertransport, der im September 2017 an der Autobahn 14 bei Lichtenau von der Polizei kontrolliert wurde, beschäftigt jetzt das Döbelner Amtsgericht.

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Der Transporter hatte 30 Rinder auf zwei Etagen geladen. Der Vorwurf: Die Tiere standen zu eng aneinander, die Höhe des Laderaumes habe nicht ausgereicht. Sieben Tiere sollen laut Anklage mit dem Kopf gegen die Decke gestoßen sein. 23 Rinder hätten während der Fahrt dauerhaften Kontakt mit der Decke gehabt und sie wären auch mit den Hüftknochen und dem Rücken an Seitenwände und an die kantigen Verstrebungen gestoßen. Außerdem sei die Luftzufuhr nicht ausreichend gewesen. Mehrere Tiere sollen aufgrund der schlechten Bedingungen verletzt gewesen sein.

Die Rinder waren bei Bautzen abgeholt worden und sollten zu einem Schlachthof bei München gebracht werden. Die Strecke hätte rund 460 Kilometer betragen. Das Transportfahrzeug war laut Gericht für 35 Rinder zugelassen.

Der 45-jährige Fahrer des Transporters, der aus Rumänien stammt, und ein 61-jähriger Angestellter der Transportfirma erhielten jeweils einen Strafbefehl. Der Rumäne sollte eine Geldstrafe in Höhe von 3.200 Euro zahlen, der Angestellte 1.600 Euro. Beide gingen in Einspruch. So kam der Fall vor das Amtsgericht Döbeln. Vorgeworfen wird den Männern Tiermisshandlung in 30 tateinheitlichen Fällen.

Beide Angeklagte leugnen die Tat. Der 61-Jährige will mit dem Vorfall gar nichts, zu tun gehabt haben. „Ich war weder für den Transport noch für das Verladen zuständig“, sagte er. Die Tiertransporte wurden bei Bautzen zusammengestellt. Eine Firma, mit der die Riesaer Transportfirma seit Jahren zusammenarbeitet, holt die Tiere von den umliegenden Bauernhöfen ab und bringt sie zu einem Sammelplatz. „Es werden nur Tiere verladen, die gesund sind“, sagt der 61-Jährige.

Und der Verteidiger des 45-Jährigen erklärt, sein Mandant habe während der Fahrt keine Geräusche gehört, die darauf schließen ließen, dass sich die Tiere verletzt hätten. Der 45-Jährige schilderte, dass er beim Aufladen nicht dabei gewesen sei. „Ich habe nur die Türen zugemacht und bin weggefahren“, sagte er. Das Verfahren wird fortgesetzt.

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