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Tierschutzverein vor dem Aus

Partner sprangen ab, zuletzt die Stadt Dippoldiswalde. Der Mindestlohn macht Probleme. Droht nun die Insolvenz?

Von Franz Herz

Im Tierheim Reichstädt leben derzeit 30 Katzen und zwei Hunde. Damit ist das Haus nur zur Hälfte gefüllt. Eigentlich bietet es Platz für 60 Vierbeiner, wie Ute Weißbach, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Dippoldiswalde, informiert. Mit dieser geringen Auslastung und den Mehrkosten durch den Mindestlohn trägt sich das Heim nicht mehr und der Tierschutzverein, dessen Hauptzweck der Betrieb des Tierheims ist, ist in Existenznot.

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Großer Badespaß in Freitals Freibädern 

Nach vielen Renovierungsarbeiten ist die Badesaison in den Freibädern "Windi" und "Zacke" in vollem Gange. 

Das Tierheim ist 2002 eröffnet worden, um den Städten und Gemeinden im Osterzgebirge zu helfen, ihre Fundtiere unterzubringen. Der Weißeritzkreis und die Kommunen haben die Kosten getragen. Nach der Fusion hat sich jedoch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aus der Finanzierung zurückgezogen.

Für die Kommunen wurde es teurer, und das Angebot des Tierschutzvereins Dippoldiswalde überzeugte etliche Kommunen gar nicht mehr. Eine nach der anderen kündigte ihren Vertrag mit dem Verein. Glashütte ging, Klingenberg und zuletzt Dippoldiswalde. Das hat besonders geschmerzt, dass der eigene Standort seine Tiere nicht mehr in Reichstädt unterbringt. Dipps hatte rund die Hälfte der Plätze im Tierheim belegt. Derzeit haben noch Altenberg, Hermsdorf/E., Hartmannsdorf-Reichenau und Dorfhain einen Vertrag, dass sie das Tierheim mitfinanzieren und ihre Fundtiere in Reichstädt unterbringen. Doch das sind zu wenige, um die Existenz zu sichern.

Dem Verein steht ein fünfköpfiger Freundeskreis unter der Federführung von Alt-Landrat Bernd Greif zur Seite. Dieser Freundeskreis hat Versuche unternommen, dem Tierheim eine neue Richtung zu geben, damit es sich wirtschaftlich trägt. Greif war diese Woche für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, jedoch Rainer Dörwald. Der Dippoldiswalder Unternehmer gehört ebenfalls dem Kreis an. Er berichtet über den Versuch, das Heim teilweise als Tierpension zu betreiben. Die Mitglieder des Freundeskreises haben dafür ein Konzept ausgearbeitet. Jedoch scheitert das an den Steuergesetzen. Eine Tierpension wäre nicht mehr gemeinnützig. Solche Einrichtungen gelten als normale Wirtschaftsunternehmen. Die bekommen keine Steuererleichterungen. Spenden, eine wichtige Einnahmequelle des Vereins, würden unter solchen Voraussetzungen zurückgehen.

„Unser Modell geht so nicht auf. Daher können wir auch nicht weiter helfen“, sagt Dörwald. Der Kreis wäre aber weiter bereit, den Verein zu unterstützen bei einer geordneten Abwicklung.

Querelen im Verein

Es gab noch einen anderen Versuch des Kreises, den Verein auf eine breitere Grundlage zu stellen. Eine Schwäche in seiner Außenwirkung liegt darin, dass allein Ute Weißbach als Vorsitzende für ihn spricht. Auf ihr lastet auch der Großteil der Arbeit. Ihr ehrenamtliches Engagement ist allgemein anerkannt. Bei den Verhandlungen mit den Kommunen und auch mit Nachbarvereinen über eine Zusammenarbeit zeigt sie aber wenig Geschick. Es gab daher die Idee, dem Vorstand einen Wirtschaftsausschuss mit weitreichenden Vollmachten zur Seite zu stellen. Die hat Bernd Greif auf der letzten Mitgliederversammlung vorgestellt, berichtet Ute Weißbach. „Aber nicht mit mir“, sagt sie selbstbewusst. Seitdem herrsche Funkstille zwischen dem Freundeskreis und ihr.

Im neuen Jahr kam noch ein weiteres Problem dazu. Auch der Tierschutzverein muss seinen Mitarbeiterinnen Mindestlohn bezahlen. „Das ist für uns der Hammer“, sagt Weißbach. Sie hat jetzt mit ihren zwei Kollegen ausgehandelt, dass sie ihre Teilzeitverträge jeweils um weitere drei Stunden pro Woche verkürzen. Dennoch sieht sie keine wirtschaftliche Zukunft mehr für den Verein mit seinem Tierheim. „Eine Insolvenz machen wir nicht. Es wird uns wohl nur bleiben, den Verein aufzulösen“, sagt Ute Weißbach.

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