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Tinte unter der Haut

Tattoos sind in Görlitz beliebter denn je – auch wenn sie aufgrund der besseren Qualität heute teurer sind.

Thomas Markert führt seit 21 Jahren ein Tattoo- und Piercingstudio in der Görlitzer Nonnenstraße.
Thomas Markert führt seit 21 Jahren ein Tattoo- und Piercingstudio in der Görlitzer Nonnenstraße. ©  Nikolai Schmidt

Thomas Markert ist der Mann für die bunten Bilder auf der Haut. Oder vielmehr unter der Haut. Als er sich 1998 als Tätowierer mit seinem „Asgard-Tattoo“-Studio selbstständig machte, waren seine Kunden im Schnitt um die 20 Jahre alt. Nun, viele Jahre später, beschreibt Markert die Entwicklung als stabil. Diejenigen, die ihren Körper mit Piercings oder einem Tattoo schmücken wollen, kommen mittlerweile aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten. Doch nicht nur seine Kunden, sondern auch die Qualität der Tattoos hat sich in den letzten Jahren verändert. Neben der besseren Farbpigmentierung und einer darauf aufbauenden eindrucksvolleren Farbqualität ist die Tätowierfarbe inzwischen auf Hydrobasis gemischt anstatt auf Alkoholbasis. Die besseren Farben, der Anstieg der Betriebskosten und das leichter bedienbare, angenehmere Equipment tragen dazu bei, dass aber auch die Kosten für ein Tattoo über die Jahre angestiegen sind.

Kaum ein Tattoo gleicht dem anderen. Sie reichen von kleinen, unauffälligen Motiven, die man verstecken kann, bis hin zu Bilderbuchtätowierungen, die schon von Weitem bestaunt werden können. Weit verbreitet sind personalisierte Tattoos, mit denen meist Erinnerungen verbunden sind. So finden beispielsweise die Namen der Kinder, ein Zitat von signifikanter Bedeutung oder ein Wort, geschrieben in der Handschrift einer geliebten Person, bei so manchem den Weg auf die Haut.

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Laut einer Studie der Universität Leipzig war 2017 jeder Fünfte tätowiert. Gerade bei Frauen sowie älteren Menschen nimmt das Interesse an Körpermodifikationen dieser Art zu. Trotzdem ist die Anzahl der weiblichen und männlichen Tattooträger in den jüngeren Generationen ausgeglichen.

Der Landkreis Görlitz kontrolliert die Tattoostudios routinemäßig aller fünf Jahre – solange es keine Beschwerden oder Mängel gibt. Sollten dann Mängel festgestellt werden, werden Maßnahmen angeordnet und nachkontrolliert. Bei gravierenden Verstößen können sogar Ordnungsgelder erhoben werden, erklärt Landkreis-Pressesprecherin Franziska Glaubitz. Tattoostudios unterliegen weiterhin der Sächsischen Hygiene-Verordnung, in der beispielsweise allgemeine Hygienepflichten, Desinfektion, Sterilisation und die Qualifikation der Tätowierer geregelt werden.

Mancher Wunsch wird abgelehnt

Die Frage ob ein Tattoo die richtige Entscheidung für sich ist, sollte man jedoch nicht einfach auf die leichte Schulter nehmen. Eine schlecht gestochene Erinnerung an den Junggesellenabschied von vor zwanzig Jahren tragen nämlich die wenigsten Menschen mit Stolz. Robert und Lukas aus dem „Stygmat Studio“ auf der Görlitzer Hospitalstraße berichten, dass sie oftmals Kundenwünsche ablehnen müssen. Das liege meist an zu filigranen Vorschlägen, oder diene als Selbstschutz der Kunden, die eigenartige Ideen hätten und diese schnell bereuen könnten. Nur durch solche Reglungen sei es möglich, eine Vertrauensbasis zu den Kunden aufzubauen, sagen sie. Bereits beim Eintreten in das Studio nimmt man das professionelle Auftreten des siebenköpfigen Teams, bestehend aus fünf Tätowierern, einer Piercerin und der Managerin wahr.

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