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Fünf Tipps zum sicheren Baden

Immer wieder kommt es zu Unfällen beim Schwimmen in freien Gewässern. Deshalb startet jetzt eine Kampagne und gibt wichtige Hinweise.

Viele Menschen genießen am Badesee Birkwitz das kühle Wasser. Beim Baden sollten aber Sicherheitsregeln eingehalten werden.
Viele Menschen genießen am Badesee Birkwitz das kühle Wasser. Beim Baden sollten aber Sicherheitsregeln eingehalten werden. © Daniel Schäfer

Immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen beim Baden in freien Gewässern. Im Juli ertrank ein 16-Jähriger im Rückhaltebecken bei Bad Gottleuba.  Auf und im Olbasee bei Bautzen wird seit zwei Wochen nach einem Mann gesucht, der beim Schwimmen verschwunden ist. Freibäder müssen aufgrund von Covid-19 derzeit strenge Hygiene-Auflagen umsetzen. Viele Menschen ziehen sich daher zur Abkühlung lieber an unbewachte Seen zurück. Die Wasserwacht des DRK-Kreisverbandes Dresden und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft haben dazu die Kampagne #SchauAuf gestartet. „Es gilt die Devise Aufmerksamkeit“, sagt Thomas Storm, Ausbildungsleiter der Wasserwacht Pirna, die sich der Kampagne angeschlossen haben.

Tipp 1: Schau auf Kinder

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Kinder ertrinken oft lautlos. Angehörige sollten sich stets in der Nähe aufhalten und sie aufmerksam beim Spielen und Toben am und im Wasser beobachten. Schwimmhilfen sollten immer nur zusätzlich zur elterlichen Aufsicht verwendet werden. In diesem Zusammenhang betont auch Frank Beh vom Bäderbetrieb der Stadtwerke Pirna: "Kleine Kinder sollten nicht ohne Aufsicht am Strand oder Ufer spielen. Schwimmärmel sind  schnell abgelegt und der Grund unter den Füßen entschwunden." Auch wenn der Bereich bewacht wird, liege die Aufsichtspflicht immer bei den Eltern beziehungsweise bei den erwachsenen Begleitpersonen, so Beh. 

Tipp 2: Schau auf Hinweise 

Hinweistafeln und Schilder weisen auf Verbote und Gefährdungspotentiale hin. Abgelegene Badestellen scheinen idyllisch, aber sind zumeist von alarmierten Helfern schwer und spät zu erreichen. Nur zum Baden freigebende Gewässer beziehungsweise  bewachte Badestellen bieten Sicherheit.

Tipp 3: Schau auf Gefahren 

Insbesondere auf stark befahrenen Fließgewässern wie der Elbe, kommt es oft zu Unfällen. Besondere Gefahren gehen für Wassersportler von Gierseilfähren und Schiffen aus. Ausreichend Abstand und Kenntnis der Risiken verhindern Unfälle. Vom Baden in der Elbe ist abzuraten, in Brückennähe ist es grundsätzlich verboten. Badende, die etwa durch die Strömung in Gefahr geraten, sollten sich auf den Rücken legen und mit der Strömung treiben lassen. Durch Rufen und Winken macht man auf sich aufmerksam. Es gilt Kraft zu sparen. Deshalb erfolgt das Bemühen an Land zu gelangen stets nur mit der Strömung. Auch stehende Gewässer bieten Gefahren, unter anderem durch tiefere, bis zu einigen Grad kältere Wasserschichten. Bei älteren Menschen, oder solchen mit Herz- oder Kreislaufproblemen, können diese Temperaturschwankungen schnell zu gesundheitlichen Problemen, wie beispielsweise einem Herzinfarkt, führen. Die Muskulatur kann verkrampfen, sagt Thomas Storm. Frank Beh rät außerdem, sumpfige und pflanzendurchwachsene Gewässer zu meiden. Man könne im ungünstigsten Fall im Morast stecken bleiben oder sich in den Pflanzen verfangen, sodass der Badende sich im Extremfall nicht befreien kann und auf fremde Hilfe angewiesen ist. In unbekannte Gewässer zu springen, ist ohnehin ein absolutes Tabu. 

Tipp 4: Schau auf Andere 

Hilferufe, hektisches Winken oder stilles Untergehen sind das Signal für eine sofortige Hilfeleistung bzw. sofortiges Hilfeholen. Nicht nur Freunde und Familienangehörige – auch Mitmenschen benötigen Hilfe. Im Ernstfall sollte Hilfe auch über den Notruf 112 geholt werden. Die Rettungsleitstelle alarmiert umgehend die DRK Wasserrettungsalarmgruppe des DRK Pirna oder die DLRG Pirna.

Tipp 5: Schau auf Deine Sicherheit 

Die eigene körperliche und kognitive Verfassung sollte realistisch eingeschätzt werden. Ist die Leistungsfähigkeit eingeschränkt, gilt es Abstand vom Wasser zu halten.  Auch Frank Beh warnt davor, die eigenen Kräfte zu überschätzen. "Schaue beim Schwimmen immer mal zurück, wie weit du dich vom Ufer entfernt hast. Es kann auch Strömungen geben, von denen du abgetrieben wirst, die du aber nicht bemerkst", rät er. Auf jeden Fall sollte  Alkohol beim Baden gemieden werden. "Er macht leichtsinnig und führt zur Sinnestrübung. Er ist eine häufige Ursache von auch tödlichen Badeunfällen",  erläutert Beh. Wichtig ist auch, für den Tag am Wasser einen Sonnenschutz mitzunehmen. Keiner darf überhitzt ins Wasser gehen, da sonst ein Temperaturschock drohe, sagt Beh.  Außerdem sollte man nicht mit Hungergefühl oder zu vollem Magen baden. "Bei zu vollem Magen kann man sich erbrechen, was beim Schwimmen zum Ertrinken durch Ersticken führen kann. Ein nüchterner Magen kann Magenkrämpfe bewirken", erklärt der Angestellte der Pirnaer Stadtwerke. 

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