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Dippoldiswalde

Barcontainer und individuelle Möbel

David Schmieder hat sich mit seiner Tischlerei in Reichstädt etabliert. Jetzt verfolgt er Ausbaupläne, die sich beinahe wegen Corona verzögert hätten.

David Schmieder steht hier vor seiner Tischlerei in Reichstädt. Auf der Wiese hinter ihm will er eine neue Halle anbauen.
David Schmieder steht hier vor seiner Tischlerei in Reichstädt. Auf der Wiese hinter ihm will er eine neue Halle anbauen. © Egbert Kamprath

Um ein Haar hätte das Coronavirus auch die Baupläne des Reichstädter Tischlers David Schmieder durcheinandergebracht. Er hat beim Landratsamt eine Baugenehmigung beantragt. Dazu muss auch die Stadt Dippoldiswalde eine Stellungnahme abgeben. Darüber sollte vergangene Woche der Technische Ausschuss entscheiden. Doch die Sitzung fiel wegen der Coronagefahr aus. Dann hat aber Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) die Stellungnahme geschrieben. „Zu dem Vorhaben gibt es seitens der Verwaltung keine Einwände“, teilte sie dazu mit. Also ist wieder eine Hürde bis zur Erweiterung des Betriebs überwunden.

David Schmieder ist 34 Jahre alt. Er hat sich vor zehn Jahren selbstständig gemacht, die leerstehende Kaufhalle in Reichstädt gekauft und umgebaut. Seitdem ist sein Betrieb kontinuierlich gewachsen. Heute hat der Tischler vier Mitarbeiter – und viel zu wenig Platz. „Wir sind zu über hundert Prozent ausgelastet“, sagt er. Daher will er eine Produktionshalle anbauen. Die soll direkt neben dem jetzigen Betrieb errichtet werden. Die jetzige Werkstatt wird dann als Maschinenraum genutzt. Die Montage der Möbel, Verpackung und Auslieferung sind in der neuen Halle geplant. Alt- und Neubau sollen auch eine direkte Verbindung bekommen. Außerdem plant Schmieder in dem Neubau auch Sozial- und Büroräume, und er hat dann auch die Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz anzubieten. Die Erweiterung soll sich an die ortstypische Bauweise anpassen und zum bestehenden Bau passen. Eine Grundfläche von 15 mal 15 Meter ist vorgesehen. Nun wartet er auf die Baugenehmigung. Dann kann der Bau losgehen.

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In der Region Fuß gefasst

David Schmieder war nach seiner Lehre in aller Welt unterwegs, hat für die Hellerauer Werkstätten feine Inneneinrichtungen montiert oder Segeljachten ausgestattet. Nach diesen Lehr- und Wanderjahren hat es den Reichstädter in die Heimat zurückgezogen. 2009 hat er seine Meisterprüfung absolviert, 2010 seinen Betrieb eröffnet und 2012 seinen jetzigen Betriebssitz mitten im Dorf gekauft und umgebaut. Anfangs hat er auch noch mehrere Wochen im Jahr außerhalb beispielsweise an der Küste gearbeitet. „Doch das ist jetzt ganz zurückgefahren“, sagt er. „Wir haben hier in der Region Fuß gefasst, haben unsere Kundschaft in Dippoldiswalde und Umgebung bis nach Dresden hin.“

Für sie entwirft und baut er individuelle Möbel. „Alles was Ikea, Höffner und Co nicht können“, sagt der Meister. Ihm kommt zugute, dass immer mehr Leute Wert auf besondere Materialien und Qualität in der Verarbeitung legen und auch bereit sind, diese Leistung angemessen zu bezahlen.

Spezialstrecke Barcontainer

Eine Spezialstrecke ist seine Zusammenarbeit mit der Firma „Mein Lagerraum“. Die gehört seinem Cousin Patrick Schmieder und bietet Container für verschiedenste Zwecke an. Dazu gehören als Besonderheit auch Barcontainer. Dafür wird ein solider Seecontainer, der in seinem ersten Leben auf den Weltmeeren umhergeschippert ist, umgebaut und mit einer edlen Inneneinrichtung versehen. Das ist die Spezialaufgabe für David Schmieder und sein Team. „Fünf solche Container haben wir schon gebaut“, sagt der Tischler. Zum Einsatz kommen diese Container als mobile Cocktail-Bar bei Volksfesten, Open-Air-Konzerten oder Sportveranstaltungen. Wenn David Schmieder dann seine neue Halle angebaut hat, stehen ihm noch mehr Möglichkeiten offen, interessante Möbel oder Innenausstattungen zu entwerfen und zu bauen. 

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