merken
PLUS

Tödliche Schüsse in der Ostukraine

Wer hinter dem Anschlag auf einen Kontrollpunkt steckt, ist unklar. Selbst zur Zahl der Toten gibt es verschiedene Angaben.

Kiew/Moskau. Gebrochener Osterfriede: Ein blutiger Zwischenfall in der Ostukraine hat schwere Zweifel an der Umsetzung der Genfer Friedensbeschlüsse geweckt. Trotz einer angekündigten Waffenruhe über die Ostertage wurden bei einem Angriff auf einen Kontrollpunkt prorussischer Aktivisten nahe der Stadt Slawjansk mehrere Menschen getötet. Russland und die Separatisten machten ultranationalistische Kräfte wie den Rechten Sektor verantwortlich. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf Kiew vor, die Lage nicht unter Kontrolle zu haben.

Nach ihrer gewaltsamen Machtergreifung weigere sich die vom Westen unterstützte Führung, den noch immer besetzten Unabhängigkeitsplatz – den Maidan – in Kiew zu räumen, kritisierte Lawrow. Damit gefährde die Regierung das Genfer Abkommen zu einer Lösung des Konflikts. Der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschiza wies die Vorwürfe zurück.

Anzeige
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage

In Hainichen kann ab sofort sicher, sorglos und sozial wertvoll Geld angelegt werden.

Russland, die Ukraine, die USA und die EU hatten am 17. April in Genf einen Rahmenplan vereinbart, der unter anderem eine Entwaffnung der inoffiziellen Milizen vorsieht sowie eine Räumung besetzter Gebäude und Plätze im zweitgrößten Flächenstaat Europas.

Die moskautreuen Kräfte sowie russische Staatsmedien sprachen von mindestens fünf Toten bei dem Zwischenfall in Slawjansk. Das Innenministerium in Kiew bestätigte drei Tote und betonte, es habe keinen offiziellen Einsatz in der Gegend gegen die bewaffneten Aktivisten gegeben. Vielmehr seien zwei Bürgergruppierungen aufeinander losgegangen. Prorussische Kräfte beherrschen die Stadt. Auch in vielen anderen Städten der Ostukraine besetzen seit Wochen moskautreue bewaffnete Uniformierte zahlreiche öffentliche Gebäude. In der Gebietshauptstadt Donezk hatten Aktivisten bereits eine Volksrepublik ausgerufen. (dpa)