merken
PLUS

Deutschland & Welt

Toilettenpapier-Werk: "Produzieren unter Volldampf"

Warum der größte deutsche Toilettenpapier-Hersteller seine Abläufe wegen Corona umstellt – und wie es mit dem Nachschub aussieht.

Aus Angst vor den Folgen des Coronavirus decken sich einige Menschen mit Klopapiervorräten ein.
Aus Angst vor den Folgen des Coronavirus decken sich einige Menschen mit Klopapiervorräten ein. © Daniel Karmann/dpa

Von Lars von Törne

Michaela Wingefeld ist Sprecherin des Unternehmens Essity, das im Bereich Toilettenpapier der Marktführer in Deutschland ist. Im Tagesspiegel-Interview spricht sie über leere Regale und Nachschubprobleme in Zeiten der Corona-Krise.

Frau Wingefeld, Ihr Konzern ist einer der großen Toilettenpapier-Hersteller Deutschlands, Sie produzieren neben Marken wie „Zewa“ und „Tempo“ auch Toilettenpapier für Ketten wie dm, Lidl und Aldi. Wie erklären Sie die aktuellen Engpässe bei der Versorgung?

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Das „Warum“ ist eher eine psychologische Geschichte. Wir können nur sagen: Es gibt eigentlich keinen Grund, so viel Toilettenpapier und andere Produkte zu hamstern.

Wenn man sich die leeren Regale in den Supermärkten anschaut, könnte man anderer Meinung sein…

Ich kann Ihnen versichern, dass wir auch erhöhte Bestellmengen abdecken können. Wir liefern deswegen derzeit auch mehr aus als sonst. Es ist also immer nur eine Frage der Zeit, bis es Nachschub gibt.

So sieht es in vielen Supermärkten derzeit aus: Leere Regale, wo sonst das Klopapier liegt.
So sieht es in vielen Supermärkten derzeit aus: Leere Regale, wo sonst das Klopapier liegt. © Kay Nietfeld/dpa

Wieviel Toilettenpapier produzieren Sie normalerweise – und wie sieht die Situation aktuell aus?

Konkrete Zahlen teilen wir nicht mit. Wir produzieren aber derzeit unter Volldampf. Und alleine aus unserer größten Fertigungsstätte in Mannheim, wo 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion arbeiten, liefern derzeit täglich Hunderte Lastwagen Toilettenpapier und ähnliche Produkte bundesweit aus. Sehr viel mehr als an normalen Tagen.

Lässt sich angesichts der aktuellen Nachfrage die Produktion überhaupt noch steigern?

Es wird normalerweise bei uns sowieso immer rund um die Uhr produziert. Aber wir können die Produktivität jetzt noch weiter anpassen, indem zum Beispiel das Sortiment ein bisschen gestrafft wird. Da sparen wir uns die Umbauten an den Maschinen und haben so mehr Kapazitäten.

© Symbolfoto: Rene Traut/dpa

Wieweit ist Ihre Produktion durch Krankheitsfälle oder Verlegungen ins Homeoffice eingeschränkt?

Wir haben rechtzeitig Notfallpläne in Kraft gesetzt. Deutschlandweit arbeiten bei uns 4500 Menschen an acht Standorten. Die Mitarbeiter in der Herstellung arbeiten so weit wie möglich voneinander getrennt. Und wer kann, arbeitet vom Homeoffice aus, das gilt für viele Verwaltungsmitarbeiter- und auch für mich. So können wir die Produktion ohne Einschränkungen aufrechterhalten.

Haben Sie so starke Nachfrageschwankungen wie jetzt schonmal erlebt?

Wir haben immer wieder saisonale Peaks, gerade vor Ferienzeiten wie Ostern oder Weihnachten, wenn sich die Menschen mit zusätzlichen Produkten für die Feiertage ausrüsten. Aber das kann man vorhersehen, sodass es da nicht zu solchen Engpässen wie jetzt kommt.

Wie lange wird das aktuelle Nachschub-Problem beim Toilettenpapier noch anhalten?

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Erster Fleischer verschenkt jetzt Klopapier

Die Landfleischerei Herzog aus Spitzkunnersdorf hat selbst mit den Corona-Auswirkungen zu kämpfen und startet eine Aktion, hinter der mehr steckt.

Symbolbild verwandter Artikel

In der Hauptrolle: Toilettenpapier

Alles für den A….? Über die bemerkenswerte Karriere des Klopapiers (in Zeiten der Corona-Krise).

Symbolbild verwandter Artikel

Die Jagd nach Dresdens Klopapier

Trotz Kaufbegrenzungen sind die Regale in den Märkten leer. SZ-Redakteur Henry Berndt versucht trotzdem, sich irgendwie noch eine Rolle zu sichern. So schafft er es.

Das weiß ich nicht. Das hängt davon vor allem davon ab, wieweit die Leute weiterhin noch mehr kaufen als normalerweise. Ich kann Ihnen nur sagen: Die Versorgungslage ist stabil, es wird immer Nachschub geliefert.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog