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Löbau

Oderwitzer gründen Corona-Hilfe

In der Gemeinde gibt es jetzt eine Hotline, an die sich Bürger wenden können, wenn sie Hilfe bei der Versorgung brauchen.

Sie ziehen die Strippen bei der Nachbarschaftshilfe Oderwitz: Evelyn Ebert, die Facebook betreut und sich um Flyer kümmert und Initiator Tom Stöcker.
Sie ziehen die Strippen bei der Nachbarschaftshilfe Oderwitz: Evelyn Ebert, die Facebook betreut und sich um Flyer kümmert und Initiator Tom Stöcker. © Matthias Weber/photoweber.de

Wären es normale Zeiten, würde Tom Stöcker in Oderwitz wahrscheinlich gerade Wahlkampf machen. Nun aber hat der Bürgermeisterkandidat eher pragmatische Dinge vor Augen: Wie können Menschen im Ort versorgt werden, die wegen der Infektionsgefahr mehr Hilfe brauchen als normalerweise? Dabei geht es zum einen um diejenigen, die wegen ihres Gesundheitszustandes oder Alters zu den Risikogruppen gehören und die eigenen vier Wände nicht mehr verlassen können oder sollten. Zum anderen geht es aber auch um Menschen, die sich in Corona-Quarantäne begeben müssen. "Es hat mich gewurmt, dass es überall hieß, wir müssen zusammenhalten, aber nichts Konkretes vorgeschlagen wurde", sagt der Mann, der bereits im Oderwitzer Gemeinderat sitzt.

Die Nachbarschaftshilfe Oderwitz spinnt deshalb nun seit Montag ein Netzwerk: "Wir suchen Leute, die helfen können, solche Besorgungen zu verrichten", sagt Stöcker. Die ersten zehn bis 20 Freiwilligen haben sich auch schon gemeldet. Die weitaus größere Herausforderung wird hingegen sein, das Angebot denjenigen bekannt zu machen, die es brauchen. "Wir werden in den nächsten Tagen auch Flyer im Ort verteilen, die Gemeinde wird auf ihrer Homepage informieren", zählt Stöcker auf.

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Damit sich niemand schämen muss, wenn er sich meldet und um Hilfe bittet, erfolgt die Kontaktaufnahme über eine eigens eingerichtete Hotline: "Wir haben extra ein Handy mit einer Prepaidkarte ausgestattet. Dort wird Sabine Engel die Aufträge annehmen und an Vertrauenspersonen weitergeben", sagt Stöcker. Man versuche dabei, den Datenschutz so gut es möglich sei zu gewährleisten. Aufträge könnten beispielsweise sein, Einkäufe zu erledigen, Arzneimittel holen, mit dem Hund Gassi zu gehen oder jemanden zur Bank zu fahren, damit er Geld abheben könne.

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Dabei versuche man so wenig direkten Kontakt wie möglich zwischen Helfer und Hilfesuchendem zu haben: "Einkäufe werden vor die Tür gestellt und dann geklingelt, damit sie reingeholt werden können", sagt Tom Stöcker. Auch die Geldübergabe könne auf diesem Wege stattfinden. "Wir haben noch nicht alles bis ins Detail durchgeplant", sagt der Initiator. Manches werde sich dann in der Praxis einfach einspielen müssen.

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