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Tornado-Kinder bedanken sich bei Tornado-Kindern

Ihr Dorf wurde 2010 stark beschädigt. Ähnlich ging es den Kindern in Sachsen-Anhalt. Die erhielten Hilfe und schrieben jetzt zurück.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Eine ganz besondere Weihnachtskarte erreichte dieser Tage Familie Rücke aus Kleinthiemig. Sie kommt aus der Kindertagesstätte Winnie Puuh in Cörmigk/Sachsen-Anhalt. Dort hatte ein Tornado im September genauso schlimm gewütet wie in Kleinthiemig zu Pfingsten 2010. „Ob in der Kita oder bei den Kindern und Erziehern zu Hause, die Schäden waren enorm groß“, schreiben die Cörmigker. Viele Schäden seien schon beseitigt, aber noch nicht alle. „Unser kleiner Felix musste mit seiner Mama und seinem Bruder in eine Notwohnung ziehen, weil zu Hause alles zerstört war“, heißt es im Brief.

Doch der Anlass für die Grußkarte ist eigentlich ein schöner. Denn die Sachsen-Anhaltiner bedanken sich für Spenden, die fünf Mädchen aus Kleinthiemig für sie gesammelt haben: Clara, Sophia, Jessica, Janina und Helene trugen in ihrem Dorf 269 Euro zusammen und halfen damit, den Kindern der Kita Winnie Puuh eine Freude zu machen.

Schon im Frühjahr hatten die Mädchen eine Sammlung für das erdbebengeschädigte Japan ins Leben gerufen. Nach den SZ-Berichten über den Tornado waren sie erneut spontan mit einer Spendenkiste durch Kleinthiemig und Walda gezogen. „Das hat sie nicht in Ruhe gelassen, sie wollten helfen, wie auch uns damals geholfen wurde“, sagte Claras Mutter Simone Rücke. Zu Pfingsten 2010 war nicht nur das Haus der Rückes schwer von einem ähnlichen Tornado verwüstet worden, sondern auch das der Nachbarn. „Für die Mädchen ist das Spendensammeln immer noch ein Akt der Verarbeitung ihrer Erlebnisse“, war sich Simone Rücke seinerzeit sicher.

Die Stadtverwaltung Großenhain half, die 269 Euro den Betroffenen zukommen zu lassen. Cörmigk steht symbolisch für den Tornado vom 11. September wie Kleinthiemig für den Sturm zu Pfingsten.