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Toter Geisterfahrer auch nach einem Tag nicht identifiziert

Die Polizei vermutet, dass ein 31 Jahre alter Mann aus dem Raum Hoyerswerda in dem Auto saß. Dann könnten Drogen eine Rolle gespielt haben.

Von Frank Seibel

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Es war ein Höllenritt, und am Ende blieben nur Schrott und Asche übrig. Auch am Tag nach dem grauenhaften Unfall auf der Autobahn A 15 bei Cottbus ist die Identität des Autofahrers ungewiss, der am Montagvormittag mit einem Skoda Fabia entgegen der Fahrtrichtung in einen Sattelschlepper gerast war und verbrannte. Der 48 Jahre alte Fahrer des Lkw musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Doch nach allem, was die Polizei gestern mitteilte, ist es beinahe ein Wunder, dass es nicht noch mehr Opfer gegeben hat. Am Steuer des Unfallwagens saß – so viel weiß die Polizei – ein noch recht junger Mann. Bei Hoyerswerda wollte ihn eine Polizeistreife stoppen. Den Beamten war aufgefallen, dass der Skoda ein Nummernschild trug, das als gestohlen gemeldet war und nicht zu diesem Fahrzeug gehörte.

Der Fahrer stoppte jedoch nicht für eine Kontrolle, sondern trat aufs Gaspedal und startete eine offenbar spektakuläre Fahrt über die Bundesstraße 97 bis zum Autobahn-Anschluss bei Cottbus. Bis dorthin verfolgten ihn die sächsischen Polizisten über das Territorium des benachbarten Bundeslandes Brandenburg.

Über eine Strecke von rund 40 Kilometern missachtete der Unfall-Fahrer alle Tempo-Limits, fuhr bei Rot über Ampelkreuzungen, passierte Verkehrsinseln auf der Gegen-Fahrspur und nahm schließlich die Autobahn-Auffahrt Cottbus-Süd in Richtung Forst und Wroclaw – allerdings fuhr er nicht nach Osten, sondern als Geisterfahrer in Richtung Berlin. Unweit der Auffahrt raste er frontal in einen Sattelschlepper, der mit neuen Autos beladen war. Die Bilder vom Unfallort: ein Horror.

Die Polizei glaubt zu wissen, wer der Fahrer war, ist sich aber nicht sicher, weil der Mann bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist. Hinweise am Unfallort wie auch Beobachtungen der Streifenpolizisten deuten darauf hin, dass am Steuer der Besitzer des Skoda saß, ein 31 Jahre alter Mann aus dem Raum Hoyerswerda.

Jener Besitzer des Wagens ist der Polizei seit Längerem wegen Drogen-Delikten bekannt. Drogenabghängigkeit könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass am Auto ein falsches Nummernschild angebracht war. Nach SZ-Informationen kommt das vor, wenn Süchtige wegen der hohen Kosten für ihren Drogenkonsum die Steuern und die Versicherungsraten für ihr Auto nicht mehr bezahlen können. Vor allem in ländlichen Regionen bleiben sie aber aufs Auto angewiesen, um sich ihre Drogen beschaffen zu können.

Die Umstände der tödlichen Raserei sind noch nicht geklärt. Noch schwieriger als die Feststellung der Identität des Toten wird es sein, herauszufinden, ob der Mann bereits unter Einfluss von Drogen stand.

Wie lange die Untersuchungen dauern werden, ließ die Polizei gestern offen.

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