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Radler stirbt auf "Schleichweg" in Torga

Die Polizei hält sich vorerst bedeckt. Ob der starke Verkehr von der gesperrten B115 mit dem Unfall zu tun hat, ist nicht sicher.

Freitagnachmittag kam es im Kodersdorfer Ortsteil Torga zu einem tödlichen Unfall. Dabei verlor ein Fahrradfahrer sein Leben.
Freitagnachmittag kam es im Kodersdorfer Ortsteil Torga zu einem tödlichen Unfall. Dabei verlor ein Fahrradfahrer sein Leben. © André Schulze

Später Freitagnachmittag in Torga. Seit dem Beginn des Straßenbaus und der Sperrung auf der B115 vor knapp zwei Wochen fahren hier mehr Fahrzeuge als sonst üblich lang. Offizielle Umleitung ist die Piste nicht. Ortskundige kennen den Schleichweg aber, denn auf der Bundesstraße wird die Fahrbahn nicht zum ersten Mal erneuert.

Seit Jahren ist die Straße durch Torga ein Schleichweg für Autofahrer, wenn auf der B 115 gerade wieder gebaut wird und die Piste deshalb gesperrt werden muss.
Seit Jahren ist die Straße durch Torga ein Schleichweg für Autofahrer, wenn auf der B 115 gerade wieder gebaut wird und die Piste deshalb gesperrt werden muss. © André Schulze

Was dann passiert, erschüttert die Anwohner und geht zuerst durch die sozialen Netzwerke. "Fahrrad-Unfall Torga, Richtung Kodersdorf", wird 16.39 Uhr in der Facebook-Gruppe Blitzer Zittau-Löbau-Görlitz-Bautzen mitgeteilt. "Hubschrauber und Krankenwagen sind da." In den Kommentaren heißt es, dass es so kommen musste. "So wie manche hier durchheizen", meint ein Nutzer. Ein anderer schreibt die betrübliche Nachricht: "Radler hat nicht überlebt."

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Radler erst Montag als vermisst gemeldet

Auch wenn dies für die Polizei keine Lappalie ist - gemeldet hat sie den Zwischenfall bisher nicht. Und auch Dienstag bis zum Redaktionsschluss fällt es ihr schwer, auf die Fragen der SZ zu reagieren. Zwischen Kottmarsdorf und Eibau hat es am Morgen einen schweren Verkehrsunfall gegeben. Ein mit Heizöl beladener Tanklastzug hat ein parkendes Auto in eine Hauswand geschoben. Das bindet die Polizeikräfte. Nur soviel kann ein Sprecher schon zu dem Torgaer Unglück sagen: Es sei ein Mann, ein Rentner gewesen, der nach dem Sturz nicht mehr zu retten war. Erst am Montag sei der ältere Herr als vermisst gemeldet worden, wegen der ungeklärten Identität habe sich die Polizei nicht eher geäußert.

Im Dorf hat das Geschehen inzwischen die Runde gemacht. Der Radfahrer sei von Liebstein gekommen und mit hoher Geschwindigkeit durch Torga gedüst, erzählt Kodersdorfs Feuerwehrchef Andreas Flade, was man ihm zugetragen hat. Ob der Radler einem Fahrzeug ausweichen musste oder es gar zur Kollission kam, ist nicht bekannt. Nur soviel weiß Flade noch: Die herbeigeeilten Rettungsteams hätten lange Zeit versucht, den Mann zu reanimieren. Leider ohne Erfolg.

Seit etwa vier Wochen gibt es in Torga eine 30er-Zone. Das bedeutet: rechts vor links. Und damit öfter anhalten, was den Verkehrsfluss - gewollt - ins Stocken bringt.
Seit etwa vier Wochen gibt es in Torga eine 30er-Zone. Das bedeutet: rechts vor links. Und damit öfter anhalten, was den Verkehrsfluss - gewollt - ins Stocken bringt. © André Schulze

Schon seit Jahren gibt es Ärger auf den Schleichwegen, wenn die B115 wegen Bauarbeiten gerade wieder gesperrt ist. Vor etwa vier Wochen wurden deshalb in Torga Zeichen der Verkehrsberuhigung gesetzt: Statt der 30er Schilder gibt es jetzt eine 30er Zone. Damit verbunden ist auch eine geänderte Vorfahrtsregelung. Denn nun gilt überall rechts vor links, das ständige Anhalten bringt den Verkehrsfluss - gewollt - ins Stocken.

Bürgermeister fordert mehr Vernunft

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Bürgermeister René Schöne appelliert an alle, während der noch rund zwei Wochen dauernden Arbeiten auf der B115 doch vernünftig zu bleiben. Und die reguläre Umleitung über Kodersdorf-Bahnhof und Groß-Krauscha zu nutzen. "Leute, die nie Zeit haben, machen das Treiben verrückt. Wir können uns nun mal nicht dagegen wehren, dass auf der Bundesstraße von Zeit zu Zeit gebaut werden muss. Da sollte man auch mal fünf Minuten länger einplanen."

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