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Totes Paar im Stadtpark

Das Riesaer Tageblatt befasst sich im April 1914 mit Riesenkindern und stolzen Müttern.

Von Siegfried Wallat und Kerstin Röpke

Von neuen Forschungen über das Höchstgewicht bei Neugeborenen berichtet das Riesaer Tageblatt vom 14. April 1914. Es setzt sich auch mit Erzählungen der Mütter auseinander, die voll Stolz von Neun- und Zehnpfund-Babys berichten. Dr. Leibowitsch veröffentlichte in einem Aufsatz seine Erkenntnisse: „Genaue statistische Untersuchungen zeigen, dass ein normales Neugeborenes durchschnittlich 3 300 Gramm wiegt und eine Länge von 50 Zentimeter hat. Man unterscheidet nun bei den ungewöhnlich schweren Neugeborenen zwei Gruppen: abnorm große Kinder, die über 4 400 Gramm wiegen, und die eigentlichen Riesenkinder, die über 5 000 Gramm wiegen.“

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Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Was sonst noch geschah

Riesa, 1. April: „Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde heute Nachmittag ein Reisender vom Blutsturz befallen, der ihn derart schwächte, dass er im Sanitätsbus nach seinem Wohnort (Strehla) gefahren werden musste.“

Riesa, 2. April: „Heute früh in der sechsten Stunde wurden von einem Schutzmann der 20-jährige Maurer Willy P. und die 19-jährige Spinnereiarbeiterin Martha W. im Stadtpark tot aufgefunden. Die Leichen lagen in einem in der Nähe des Leinpfades befindlichen Gebüsch. Neben ihnen lag der Revolver. Beide zeigen Schussverletzungen am Kopf. “

Gröba, 2. April: „Hier ist in der Nähe des neuen Friedhofes ein seltener Urnenfund gemacht worden. In den Urnen (wahrscheinlich aus der Steinzeit oder der Eisperiode) befinden sich sehr alte Münzen, Amulettes und Beinringe. Die Gegenstände liegen im Restaurant zur Grünen Aue Gröba noch bis Montag, den 6. April, aus.“

Strehla, 7. April: „Der Einwohnerstand belief sich Ende März auf 3 432 Personen.“

Zabeltitz, 7. April: „Durch Aufkratzen eines Blütchens an der Schulter zog sich der Maurergeselle Hanisch eine Blutvergiftung zu, an der der Achtzehnjährige nach schweren Schmerzen verstorben ist.“

Quersa, 7. April: „Hier brachte eine Ziege sechs kräftige Junge zur Welt.“

Niederau, 7. April: „Einen schrecklichen Selbstmord hat der Grundstücksbesitzer Zöpfel verübt, indem er in der Nähe des Bahnhofes in den Leipzig-Dresdner Schnellzug hineinrannte. Dabei wurde ihm der Kopf vom Rumpfe gerissen.“

Leipzig, 15. April: „Schwerer Unfall des Zirkusdirektors Stosch-Sarrasani: Sein Pferd Mumpitz stürzte und begrub Direktor Stosch unters sich. Er brach sich das linke Bein dreimal.“