SZ +
Merken

Tourismus statt Staustufe

Umweltschützer demonstrieren mit einer Schifffahrt für eine naturnahe Elbe.

Teilen
Folgen

Von SZ-Korrespondent Steffen Neumann, Usti nad Labem

Mit einer Schifffahrt auf der Elbe zwischen Decin und Bad Schandau haben sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die tschechische Organisation „Arnika“ gegen den Bau weiterer Staustufen auf der Elbe gewandt. Die sollen nach Plänen der tschechischen Regierung eine ganzjährige Befahrbarkeit des Flusses sichern. „Das Projekt einer Staustufe bei Decin ist auch unter der neuen Regierung aktuell“, heißt es im Prager Verkehrsministerium. Aufgrund des ehrgeizigen Sparprogramms fehlten derzeit aber die Mittel.

„Die Staustufe verbessert die Situation nicht, denn die Fahrbedingungen auf der deutschen Elbe sind bei Niedrigwasser ähnlich schlecht wie in Tschechien“, entgegnet der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Er fordert deshalb die tschechische Regierung auf, sich von dem Projekt zu verabschieden.

BUND und Arnika plädierten auf dem Ausflugsschiff deshalb für eine touristische Nutzung des Elbe-Canyons. Der naturbelassene Fluss locke immer mehr Touristen in die Region. Allein die Zahl der Radtouristen ist laut BUND in den letzten sechs Jahren um über 60 Prozent gestiegen. Dadurch konnten 2400 Arbeitsplätze entstehen.

Wenn die Elbe in ihrem jetzigen Zustand erhalten bleibe, sei das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. „Eine Staustufe gefährdet dagegen Mensch und Natur bis weit nach Sachsen hinein“, betont Hubert Weiger.