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Tragischer Unfall bei Zittau aufgeklärt

Die verunglückte Fahrerin ist zu schnell gewesen. Am Zustand der Schwerpunkt-Strecke wird sich vorerst nichts ändern.

Von Thomas Christmann

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Die Kollision ist zum Unfallzeitpunkt nicht mehr zu vermeiden gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt ein der SZ vorliegendes Gutachten zum Unfall am Oderwitzer Landberg, bei dem eine 32-Jährige am 25. November vorigen Jahres ums Leben kam. Damals fuhr die Frau am frühen Morgen mit ihrem Ford Ka auf der Bundesstraße 96 Richtung Zittau, geriet nach einer Linkskurve ins Schleudern, kam auf die Gegenseite und stieß hinter der Brücke über das Landwasser mit einem entgegenkommenden VW Sharan zusammen. Sie erlag an der Unfallstelle ihren Verletzungen. VW-Fahrer und -Beifahrerin kamen ins Krankenhaus. An den Autos entstand ein Schaden von etwa 13 000 Euro.

Allerdings ermittelte die Staatsanwaltschaft Görlitz gegen den VW-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung. Das Verfahren gegen den 63-Jährigen ist nun eingestellt. „Die Ermittlungen haben ergeben, dass der ehemals Beschuldigte den Unfall weder räumlich noch zeitlich vermeiden konnte“, sagt Staatsanwalt Till Neumann. Das deckt sich mit den jüngsten offiziellen Angaben der Polizei. Demnach hat der VW-Fahrer die Gefahr erkannt und gebremst. Hingegen ist die 32-Jährige mit einer nicht den Witterungsbedingungen angepassten Geschwindigkeit gefahren. Die Fahrbahn über das Landwasser ist laut dem Abschlussbericht der Polizei aufgrund niedriger Außentemperaturen und feuchten Wetterverhältnissen leicht überfroren gewesen. Das besagen auch Zeugenaussagen. Für die Behörde liegt angesichts der Fahrtstrecke der Frau vom Heimatort Oderwitz zur Arbeitsstelle in Zittau der Verdacht nahe, dass sie unter Zeitdruck stand.

Das wiederum bestätigt das Ergebnis des Gutachtens. Nach dem muss davon ausgegangen werden, dass die Ford-Fahrerin weitaus schneller als die erlaubten 100 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen ist. Allein die Kollisionsgeschwindigkeit beträgt nach den Messungen im Gutachten etwa Tempo 110 bis 125, die des VW lediglich 30 bis 40.

Auf der Bundesstraße 96 zwischen Oderwitz und Mittelherwigsdorf passieren jedoch immer wieder Unfälle. Deshalb gilt der Landberg mit der Brücke, der Kurve und dem anschließenden Anstieg seit 2011 auch als Unfallschwerpunkt – damals als erster in der Region Löbau-Zittau. Dem voraus gingen 18 Unfälle, davon neun mit Verletzten, die zwischen 2007 und 2010 passierten. Eine Analyse gab als häufigste Ursache eine nasse Fahrbahn und ein zu schnelles Tempo an. Die Verkehrsunfall- und die Verkehrsschaukommission haben sich deshalb entschieden, mit einem großen Schild und großen Kurvenzeichen auf den Unfallschwerpunkt hinzuweisen. „Die bisherige Gesamtentwicklung bestätigt die damit getroffene Einschätzung“, sagt Marina Michel vom Landkreis. Die Unfallzahlen sind laut Straßenverkehrsamt seither nachweislich zurückgegangen.

Die Strecke soll die nächsten Jahre in zwei Abschnitten grundhaft ausgebaut werden. Das hat Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mitgeteilt. Die Gründe sind neben Entwässerungsproblemen und einer unstetigen Linienführung auch der Unfallschwerpunkt in der Kurve am Landberg. Zudem fehlt ein begleitender Radweg.

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