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„Transferraum Heimat“ in Knappenrode

Die Bauarbeiten sollen im September starten – nach dem Tag der Heimat.

Dr. Jens Baumann zeigt den Grundriss der künftigen Vertriebenen-Ausstellung in Knappenrode.
Dr. Jens Baumann zeigt den Grundriss der künftigen Vertriebenen-Ausstellung in Knappenrode. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Knappenrode. Im ehemaligen Empfangsgebäude der Energiefabrik Knappenrode errichtet der Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e.V. sein neues außerschulisches Bildungs- und Begegnungszentrum „Transferraum Heimat“.Dr. Jens Baumann, Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen, besichtigte es dieser Tage und verkündete, ihm liege die überarbeitete Konzeption für die Ausstellung zu den Themen Flucht, Vertreibung und Integration vor. Entwickelt hat sie der Historiker Lars Arne Dannenberg mit seinem Team. „Das Kernstück bildet ein alter Eisenbahnwaggon, der den Raum in zwei Hälften teilt und von draußen sichtbar sein wird“, erklärte Dr. Jens Baumann. Das ehemals zur Brikettfabrik Knappenrode gehörende Haus bekommt von der Seite einen neuen Eingang. Die Besucher erleben zuerst die Epoche des Dritten Reichs von 1933 bis zum Zweiten Weltkrieg und müssen dann, in der zerstörten Welt 1945, den Eisenbahnwaggon betreten. Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat bedeutete für viele Zeitzeugen Angst, Hunger und tagelange Zugfahrten ins Ungewisse. Die Museumsbesucher sollen einen Eindruck von einem Vertriebenentransport in einem nachgestellten Film bekommen, den sie mit Virtual-Reality-Brillen ansehen. Dann wird die Ankunft der Flüchtlinge im Nachkriegsdeutschland und, räumlich getrennt, ihre unterschiedliche Integration in der DDR sowie der BRD dargestellt. Den Schluss bildet die Haltung des wiedervereinigten Deutschlands zu den Themen Flucht, Vertreibung und Integration. Der inszenierte Weg durch die Geschichte soll mit wenigen, historischen Exponaten das Gefühl der Besucher ansprechen, sagte Dr. Jens Baumann. Schülergruppen können in einem noch zu schaffenden Seminarraum ihre Eindrücke verarbeiten. Die Eröffnung des „Transferraum Heimat“ ist verschoben worden und nun im September 2021 geplant.Einige Ausstellungsstücke für Knappenrode stammen aus dem „Haus der Heimat“ Reichenbach/Vogtland und gehören der Stiftung „Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen“. Dazu kommen Objekte aus Wuppertal von der 2019 aufgelösten Stiftung Schlesische Heimatstuben, sagte der Hoyerswerdaer Stadtrat Frank Hirche. Als Vorsitzender des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e.V. und Vorsitzender des Stiftungsrates der „Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen“ betreut er die Errichtung des Bildungs- und Begegnungszentrums. Dieses wird von der Stiftung und durch Fördergelder des Freistaates finanziert, erklärte Frank Hirche. Die Arbeiten beginnen nach dem 13. September 2020, denn an dem Tag findet mit Unterstützung der Lausitzhalle im und neben dem Gebäude die zentrale Veranstaltung zum Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung statt. Erstmals werden der ZukunftErbe-Preis für herausragende Beiträge zur Geschichte und Bewahrung des kulturellen Erbes der Vertreibungs- und Aussiedlungsgebiete der Deutschen aus OstMittelEuropa vergeben sowie ein Stipendium für besondere Beiträge zur Bewahrung und Fortentwicklung der Geschichte der in Sachsen lebenden Vertriebenen und Spätaussiedler, ihrer Heimatgebiete und der Geschichte der Deutschen Minderheit in OstMittelEuropa, sagte Frank Hirche. Wer zum Tag der Heimat kommen möchte, muss sich wegen der Corona-Pandemie unter  03571 605187 anmelden.

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