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Mit treffsicheren Pointen

Der Magdeburger Kabarettist Thomas Müller gehört sicher zu den Besten und Bösesten seines Fachs. Jetzt war er in Weixdorf zu erleben.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

Ab auf den Grill

Warme Sommernächte, schönes Wetter. Zeit zum Grillen! Doch worauf muss man achten und was schmeckt am besten auf dem Grill?

Nun gut, es ist schon ein ziemlich abgedroschener Kalauer, den uns vor Jahren die Werbeindustrie mit Blick auf einen großen – auch im Rödertal nicht unbekannten – Milchproduzenten ins Ohr pflanzte: Alles Müller, oder was? Eine wirklich frische Variante gab’s Freitagabend im Weixdorfer Dixiebahnhof zu erleben. Auch hier unter dem Titel „Alles Müller?“ Zu Gast war der Magdeburger Kabarettist Thomas Müller – und der rauschende Schlussbeifall zeigte: Er hatte das Kulturzentrum im Dresdner Norden wirklich kräftig aufgemischt. Ja, er badete geradezu im Beifall, der nicht erst am Schluss immer wieder aufbrandete, sobald Müller die Bühne betrat. Neunzig Minuten lang war hier wirklich alles Müller und jedem Veranstaltungsbesucher wurde klar: Müller, das ist kein Allerweltsname, zumindest wenn es um Kabarett geht!

Publikum im Dixiebahnhof ist begeistert

Dort – im Kabarett – hat Thomas Müller nämlich eine lange Spur gezogen. Seine künstlerische Laufbahn begann dabei schon in den Kinderschuhen. Zunächst in Film und Theater. Doch das Kabarett zog ihn magisch an. Von den Wollmirstädter „Kaliatoren“ führte sein Weg direkt in das Magdeburger Kabarett „Die Zange“. Er war auch im Kabarett „Die Kneifzange“ zu erleben und trat letztlich immer häufiger auch als Autor in Erscheinung. Was nun Freitagabend im Weixdorfer Dixiebahnhof über die Bühne ins hörbar begeisterte Publikum kam, war dann auch in Bezug auf die Autorenschaft wirklich alles Müller.

Und Müller zeigte sich als ein echter Meister der Pointen! Und schuf sich sogar die spitzfindige Dreieinigkeit von Friedrich II., Karl Lagerfeld und Udo Lindenberg. In deren Kostüm räsonierte er über die politischen Erscheinungen unserer Tage. Zielgenau brachte er seine Pointen in Stellung und befeuerte so manche menschliche Unart unserer Zeit.

Das dicke Ende kommt noch

Mit sarkastisch-ironisch durchwürzten Seitenhieben auf die Gesellschaft knöpfte er sich Politiker, Künstler und Mediengestalten vor und ging dabei parteiübergreifend durchaus auch „bösartig“ zur Sache. So, dass manchem Zuschauer manchmal sogar sprichwörtlich das Lachen im Halse steckenblieb. „Wir tanzen auf dem Brett einer Latrine“, ließ er es den „Alten Fritz“ sagen. Und mit der Feststellung „das dicke Ende der SPD kommt noch“ bekam das politische Schwergewicht Sigmar Gabriel sein Fett ab – und auch CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel blieb nicht verschont. Natürlich nicht … „Drachen können sogar Bundeskanzler werden“, stellte Müller mit deftiger Feinsinnigkeit fest, nachdem er den Puhdys Song „Geh zu ihr“ kritisch auseinandergenommen hatte.

Voller Lust witzelte Thomas Müller auch über Doppelnamen. „Frauen spielen diesbezüglich gern das alte Männerspiel Wer hat den längsten“, stellte er grinsend fest. Der Rekord läge in der deutschen Politik dabei mit hoher Sicherheit bei Leuthäuser-Schnarrenberger, ist der Magdeburger jedenfalls überzeugt.

Und im Schlussbeifall des Abends wurde klar: Die Programmgestalter im Weixdorfer Dixiebahnhof haben mit Thomas Müller einen kabarettistischen Knüller präsentiert. Weiter so!

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