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Treffsicherheit unter Beweis gestellt

Der neue Scheibenschützenkönig ist Harald Pachur. Er bleibt bei seiner Position: keine Uniform.

Von Benjamin Schuke

Mit Stolz und Respekt übergab Vereinschef Bernd Weser dem neuen Schützenkönig den Königsorden. In der Gaststätte Merkur in Steina hatten sich 21 der 30 Mitglieder der Scheibenschützengesellschaft Hartha zusammengefunden, um dem neuen Bestschützen die Ehre zu geben.

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Auf 50 Meter Abstand hatte Harald Pachur mit einem Kleinkalibergewehr ohne Zielfernrohr freistehend die Mitte der 34 Zentimeter großen Schießscheibe angerissen. Damit gebührte ihm dieses Jahr der ersehnte Titel. In seiner schwarzen Fleecejacke wirkte er inmitten der uniformierten Schützen eher unscheinbar.

Der König dürfe ordentlich einen ausgeben, sagte Bernd Weser und lachte. „Ich freue mich über die Ehrung und bin stolz, dass ich es auch mal geschafft habe“, sagte Harald Pachur, der 1995 zu den Gründungsmitgliedern der Scheibenschützengesellschaft Hartha gehörte.

„Ich muss das Schießen in einem Verein ausleben können. Deshalb bin ich beigetreten.“ Eine der grauen Vereinsuniformen will er sich auch in Zukunft nicht zulegen. „Ich bin reiner Sportschütze und bleibe das auch.“ Von seinem Vater hatte der 57-Jährige eine Parabellum-Dienstpistole von 1918 geerbt und war so zum Schießsport gelangt.

Zweimal im Monat trifft er sich mit den Vereinsmitgliedern an verschiedenen Schießständen, um mit Groß- und Kleinkaliberwaffen auf 25, 50 oder 100 Meter auf Scheiben zu schießen.

„Wir haben auch Schwarzpulverkanonen, Vorderlader und verschiedene Repetiergewehre“, sagte Bernd Weser, der früher bei der GST schoss und wie die meisten hier viele Auszeichnungen am Revers trägt. „Die anderen Anstecker liegen zu Hause“, sagte der Wahlharthaer. Das mit dem Schwarzpulver sei reiner Spaß. Wie alle Mitglieder hat er für das Hobby eine Waffenbesitzkarte, die man erst nach einer Sachkundeprüfung bekommt. „Das ist wie bei der Fahrschule. Wenn du Pech hast, fällst du durch“, sagte der zweifache Vater. Erst wenn der Antrag vom Verband genehmigt sei, könne ein Bewerber sich die Ausrüstung im Laden kaufen, versichert Vereinschef Bernd Weser.

Auch im kommenden Jahr wird es wieder die Schützenkreismeisterschaften in Pinnewitz geben. Doch zuvor wird am 7. Dezember, der Verein intern den Weihnachtspokal ausschießen. „Wer die meisten Ringe hat, bekommt den“, sagte Bernd Weser. Um präzise zu zielen, ist ein langes Training notwendig. „Man sollte schon regelmäßig am Treffen teilnehmen“, sagte Harald Pachur.