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Treibhaus bekommt weiter Geld 

Die Finanzierung des Vereins über den Kulturraum ist für dieses Jahr gesichert. Zuvor hatte der Verein in seinem Café aufgeräumt.

Mitglieder des Teams und des Vorstands des Vereins Treibhaus im Café Courage vor ihrer Abfahrt nach Marienberg, wo am Mittwoch der Kulturkonvent über die Förderung des Vereins entschieden hat.
Mitglieder des Teams und des Vorstands des Vereins Treibhaus im Café Courage vor ihrer Abfahrt nach Marienberg, wo am Mittwoch der Kulturkonvent über die Förderung des Vereins entschieden hat. © Dietmar Thomas

Döbeln. Für den Verein Treibhaus ist am Mittwoch eine Zitterpartie zu Ende gegangen. Nachdem der Kulturkonvent im Dezember einen Antrag auf institutionelle Förderung des soziokulturellen Vereins zurückgestellt hatte, wurde ihm jetzt stattgegeben. Der Verein erhält für das Jahr 2020 rund 91.000 Euro vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen und damit etwas weniger, als er beantragt hatte. „Damit kommen wir aber zurecht“, sagte Judith Sophie Schilling, Geschäftsführerin des Vereins.

 Fünf Stellen – vom FSJler bis zur Finanzbuchhalterin – seien gefährdet gewesen. „Da kamen der Wunsch, den Verein zu erhalten, mit der Tatsache zusammen, dass man seinen Arbeitsplatz verlieren könnte“, sagte Schilling. 

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„Der Beschluss des Kulturkonvents hat uns in dem bestärkt, was wir tun.“ Die vergangenen Wochen mit den Anfeindungen durch die AfD seien sehr anstrengend gewesen. „Wir brauchen jetzt erst einmal Zeit, um Luft zu holen, Die AfD hat angekündigt, dass sie weitermachen will“, so Schilling.

Die AfD hatten Treibhaus die Unterstützung von Linksextremismus und mangelnde politische Neutralität unterstellt und deshalb gefordert, die Förderung einzustellen. Als Argument dienten Antifa-Aufkleber und Plakate im Café Courage. 

Am Montag hatte der Verein Treibhaus noch einmal nachgelegt und dem Kulturkonvent eine Erklärung zukommen lassen, mit der er sich von jeder Form des Extremismus distanziert.

„In den vergangenen Wochen erfolgte eine Bewertung des Sachverhaltes. Der Verein wirkte dabei aktiv mit und engagierte sich in dem Prozess“, erklärte Matthias Damm (CDU), Landrat von Mittelsachsen und Vorsitzender des Kulturkonvents.

 Dabei habe es mehrere Gespräche vor Ort und mit weiteren Behörden gegeben. Diese hätten dem Verein eine engagierte Arbeit attestiert. Die kritisierten Aufkleber und Plakate wurden entfernt. „Der Verein ist sensibilisiert, darauf zu achten, dass entsprechende Publikationen nicht ausliegen und aufgehängt werden“, so Damm.

Henning Homann, Döbelner Landtagsabgeordneter der SPD, begrüßt, dass die „unwürdige Debatte“ um die Förderung des Vereins jetzt beendet ist. „Der Verein Treibhaus ist fester Bestandteil der Döbelner Stadtgesellschaft. Er unterstützt seit Jahrzehnten Menschen, die sich aktiv für demokratische Werte einsetzen. Das Haus steht offen für Menschen mit niedrigen Einkommen oder sozialen Problemen. Dort wird Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt organisiert.“

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Auch Die Linke und Bündnis 90/Grüne begrüßen die Entscheidung des Kulturkonvents. „Das zeigt, dass es sich lohnt, gemeinsam gegen jene aufzustehen, die mit geiferndem Verfolgungseifer die Zivilgesellschaft terrorisieren wollen. Demokratinnen und Demokraten müssen diesen Leuten gemeinsam in den Arm fallen. Vor allem in Richtung der CDU sage ich: Kämpfen statt kuschen heißt das Motto!“, so die Landtagsabgeordnete Marika Tändler-Walenta (Die Linke).

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