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Triebischsteg-Montage hat begonnen

Das umstrittene Projekt wird rechtzeitig fertig. Dafür fahren Gehwegplatten auf Schienen.

Bauüberwacher Michael Grahl informiert über den aktuellen Baufortschritt des Projekts.
Bauüberwacher Michael Grahl informiert über den aktuellen Baufortschritt des Projekts. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der Triebischsteg zwischen Martinstraße und Hahnemannsplatz nimmt Form an. In den nächsten zwei Wochen werden noch die restlichen Gehwegplatten angeliefert. Ende September sollen sie dann fest montiert sein, erklärt Michael Grahl von der Firma Bonk und Herrmann, die den Bau geplant hat. Dann stehe der Steg. Danach werde unter anderem noch das Geländer montiert.

Wer an den neuen Gehwegplatten vorbeigeht, erkennt sofort die grünbeige Epoxidharzschicht auf den Stahlplatten. Auf dem ersten Blick erscheint es so, dass das Material bei Frost schnell Schaden nimmt. „Das gleiche Material haben wir auch schon für die Brücke in Oelsnitz verwendet“, erklärt Michael Grahl. Über sie seien schon Hunderttausende Menschen gelaufen – zur Landesgartenschau 2015. „Nach fünf Jahren sieht sie noch fast so aus wie nach dem Bau.“ Das spreche in den Augen des Bauüberwachers für das stabile Material.

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Weniger widerstandsfähig ist aber teilweise der Putz an den Häusern gewesen, die am Triebischsteg entlangführen. Der Putz bröckelt nun an manchen Stellen. Das ließe sich durch die Bauarbeiten nicht vermeiden, werde aber am Ende wieder repariert, so Michael Grahl. Generell wird die Fassade jedoch nicht neu verputzt. Das war Ende Juli bei einem Werkstattbesuch noch im Gespräch, die Eigentümer wurden allerdings erst später darüber informiert. Laut Michael Grahl wollen sie das sowieso nicht, da es sich bei den vergangenen Hochwassern nicht lohne, die Häuser zu sanieren.

Wegen der Triebisch kommt man zudem nur schwer an den Steg heran, und es sind rechtliche Auflagen zu beachten, wie Umwelt-, Natur- und Lärmschutz. Deshalb kann die Meißner Firma Stahl- und Maschinenbau Graf vor Ort nicht mit schwerem Gerät hantieren und muss die insgesamt 14 Gehwegstücke händig aufbauen. Ein Ladekran hebt die Platten auf ein Schienensystem, das auf dem Rohbau des Stegs befestigt wird. Ein Gehwegelement wiegt dabei zwischen 1,3 und 2,2 Tonnen.

Ein kurzer Rückblick: Nach dem Hochwasser von 2013 war klar, dass der Triebischsteg erneuert werden muss. Denn Wasser ist in die Stahlbetonkonstruktion eingedrungen. 2014 plante man noch mit etwa 350.000 Euro. Seitdem wurden die Kosten nach oben geschraubt. Der 85 Meter lange Weg kostet mittlerweile knapp 1,5 Millionen Euro. Die Stadt übernimmt davon etwa 180.000 Euro. Der Rest stammt aus Fördermitteln des Bundes und des Freistaates, um die Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 zu beseitigen.

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