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Zittau

Trilex-Ärger - Kommt die Friedenspfeife?

Fünf Bürgermeister werfen der Länderbahn Vertragsbruch vor. Der Zvon-Geschäftsführer widerspricht - will aber reden.

Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (r.) ärgert sich über Einschränkungen bei der Länderbahn. Zvon-Chef Hans-Jürgen Pfeiffer schlägt ein Gespräch vor.
Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (r.) ärgert sich über Einschränkungen bei der Länderbahn. Zvon-Chef Hans-Jürgen Pfeiffer schlägt ein Gespräch vor. ©  Matthias Weber/Uwe Soeder/SZ-Montage

Den geballten Zorn der Bürgermeister im Südkreis hatte der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) dieser Tage abbekommen. Harig ist Vorsitzender des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon). Und ihn sehen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Zittau, Ebersbach-Neugersdorf, Oderwitz, Mittelherwigsdorf und Großschönau bei der Lösung eines aktuellen Bahn-Problems in der Pflicht.

In einem Brief an den Landrat hatten die fünf Bürgermeister beklagt, dass die Länderbahn das Platzangebot seit dem 1. September in zwei nachfragestarken Frühzügen zwischen Zittau und Dresden ausgedünnt habe. Die Länderbahn betreibt diese Strecke mit ihrem Trilex und erklärte diese nur bis zum Fahrplanwechsel im Dezember geltende "Anpassungsmaßnahme" als betriebsnotwendig. Die Kapazität würde auch nicht für jede der genannten Zugverbindungen eingeschränkt, sondern nur vereinzelt. 

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Dennoch warf Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (SPD) als Wortführer der Länderbahn in dem Schreiben im Namen seiner Amtskollegen Vertragsbruch vor. "Insofern muss vermutet werden, dass die „Länderbahn“ die vertraglich gebundenen SPNV-Leistungen im Ostsachsennetz nicht erbringen kann", hieß es in dem Brief. Die Reduzierungen beim Trilex seien besonders deswegen verwunderlich, weil der Freistaat zur Stärkung des ländlichen Raums die Zweckverbände finanziell besser ausgestattet habe, so das Schreiben.

Nun hat der Zvon auf das Schreiben geantwortet. In seiner Antwort widerspricht Zvon-Geschäftsführer Hans-Jürgen Pfeiffer in einem Punkt den Bürgermeistern. Es stünde eben nicht mehr Geld für den Schienenverkehr vom Freistaat zur Verfügung. Pfeiffer weist darauf hin, "dass der Freistaat die Finanzausstattung der Zweckverbände für das Kerngeschäft, der SPNV-Bestellung, seit Jahren (...) leider unverändert belassen hat." Dennoch sieht der Zvon berechtigten Diskussionsbedarf. Die Kapazitätseinschränkungen bei der Länderbahn seien "nicht schön" und der Zvon hoffe, dass die Länderbahn diese so gering wie möglich halten könne. 

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Einen Vertragsbruch des Bahnunternehmens sieht der Zvon nicht. "Wir versichern Ihnen, dass der Verkehrsvertrag sowie die vereinbarten Qualitätsstandards eingehalten werden", schreibt Zvon-Chef Pfeiffer an Bürgermeister Peuker. Pfeiffer lädt in dem Schreiben die Bürgermeister zu einem Gespräch ein, um "den Austausch noch mehr zu intensivieren, um die verschiedenen Aspekte der SPNV-Gestaltung für unsere Region noch eingehender zu besprechen.

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