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Trinkwasser unter neuer Lupe

Stadtwerke. Das seit 1974 arbeitende Umweltlabor wird auf den modernsten Stand der Zeit gebracht.

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Damit das Trinkwasser auch künftig regelmäßig kontrolliert werden kann und qualitätsgerecht in die Görlitzer Haushalte fließt, erneuerten die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) jetzt ihr mikrobiologisches Labor und passten es damit den aktuellen gesetzlichen Forderungen an.

Rund 25 000 Euro haben die Stadtwerke dafür investiert. Sie setzten Wände um, optimierten die Hygienebereiche, kauften neue Labormöbel. Dadurch verbesserten sich die Arbeitsbedingungen der sechs Mitarbeiter, die das Görlitzer Trinkwasser Tag für Tag unter die Lupe nehmen. „Das Wasser, das wir ins Netz geben, ist stets einwandfrei“, sagt Christine Schmidt. Die stellvertretende Leiterin des SWG-Labors weiß, wovon sie spricht, denn die Laborarbeit gilt allgemein als echte Sisyphus-Arbeit: Hat die Laborantin ihre Aufgaben gerade erledigt, muss sie auch schon wieder in gleicher Weise von vorne anfangen. Denn täglich werden in den Wasserwerken und an vielen weiteren Punkten der Wassererzeugung und des Versorgungsnetzes Proben entnommen. Im Jahr kommen so an die 2 500 Wasserprüfungen zusammen. Kein Wunder, dass die Laboranten scherzhaft auch als Wasser-Detektive bezeichnet werden.

Bundeseinheitliche Tests

Den aufmerksamen Labormitarbeiterinnen darf nichts entgehen: Ob bakteriologische Untersuchung, chemische Analyse oder Bestimmung der Wasserhärte – bevor das Wasser beim Kunden ankommt, muss Unbedenklichkeit bescheinigt sein. Nicht erst seit heute, denn bereits 1974 begann diese Aufgabe mit täglicher Praxis. Damals gehörten die Laboranten noch zur Wasser- und Abwasserbehandlung (WAB) Dresden. Nach der Übernahme der Trinkwasseranlagen durch die neugegründeten Stadtwerke 1990 wurde das ehemalige WAB-Labor zu einem Trinkwasserlabor umgestaltet, damit die Forderungen der ersten ebenfalls 1990 beschlossenen bundeseinheitlichen Trinkwasserverordnung erfüllt werden konnten. Die Stadtwerke modernisierten das Labor, neue Methoden hielten Einzug. Dadurch konnten fortan auch anorganische und organische Spurenstoffe im Wasser bestimmt werden.

In den Folgejahren erweiterte sich das Spektrum der Analysemöglichkeiten. Außerdem wurde ein Datenverarbeitungsprogramm eingerichtet, das die Arbeit mit den täglich anfallenden Datenmengen erleichtert. Auch ein zweiter Standort in der Rothenburger Straße kam hinzu. Externe Gutachter stellten 2003 das Umweltlabor auf den Prüfstand und zertifizierten es nach der weltweit geltenden Norm für Prüflabore. Seitdem ist das Görlitzer Umweltlabor als Prüfstelle nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung akkreditiert.

Dienstleister für Ämter

Nachdem das Umweltlabor vor wenigen Tagen durch das sächsische Sozialministerium ebenfalls als Prüfstelle anerkannt wurde und Prüfungen im Auftrag der Gesundheitsämter durchführen darf, können nun auch pathogene Keime im Warm- und Badewasser untersucht werden. Darüber hinaus versteht sich das Umweltlabor als Dienstleister für Trinkwasserproduzenten im ostsächsischen Raum, wie zum Beispiel Stadtwerke, Kommunen und Unternehmen, und bietet seine Leistungen allen Kunden an, die Bedarf an Analytik im Umweltbereich haben. (SZ/rs)