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Trio für Augen und Ohren

Schlawutzke-Chef Steffen Goepel wagt ein Experiment mit drei Künstlern verschiedener Genres. Die Gäste danken es ihm.

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Von Marcus Herrmann

Schon kurz nach 19 Uhr ist kein Platz mehr frei in der Kultur- und Speisewirtschaft Schlawutzke. Knapp 50 Gäste füllen die Tische am Donnerstagabend. Ein Fest für alle Sinne sollte sie erwarten.

„Das wollte ich ganz bewusst ausprobieren und Augen, Ohren aber natürlich auch den Gaumen der Leute ansprechen“, sagt Schlawutzke-Chef Steffen Goepel. Vor einigen Wochen habe er die Idee gehabt, befreundete Künstler einzuladen. „Und dazu muss es natürlich ein nicht ganz alltägliches Buffet geben“, sagt Goepel. Dass sein Ansinnen erfolgreich ist, zeigt sich am gestrigen Abend. Auf zwei Etagen präsentieren drei Künstler, was sie können. Im Eingangsbereich stehen auf zwei Tischen selbst gefertigte Talismane, Ohrringe oder Anhänger von Karolina Kempe. Die junge Zahnarzthelferin führt nebenbei ein kleines Atelier an der Ritterstraße. „Einen Teil meiner Kollektion zeige ich den Leuten heute Abend. Natürlich könne sie auch etwas kaufen“, sagt Kempe. Sie fertigt Schmuck nach individuellen Wünschen an. Um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und neue Kunden zu gewinnen, sei so ein Abend super, meint sie.

Das sehen auch die Blues-Legende Lutz Kowalewski aus Weinböhla bei Dresden und der Kriebethaler Maler Ekkehart Stark so. Während der eine schon vor dem Dinner seine von Reisen inspirierten Kunstwerke aus dem mediterranen Raum vorstellt, spielt der andere danach groß auf. „Ich habe meine Akustik-Gitarre und eine afrikanische Kazoo-Trommel dabei. Mehr braucht es nicht für gute Musik“, sagt der Musiker, der gleich in seinem Dacia schläft. „Schließlich will ich mit meinem Freund Steffen noch ein paar Bier trinken und nicht gleich wieder abhauen“, sagt Lutz Kowalewski. Die spielerische Klasse des Blues-Gitarristen kommt bei den Gästen an. Mit langem Beifall quittieren sie die kernig-röhrende Stimme Kowalewskis.

An der Wand hinter ihm hängen die Aquarelle Ekkehart Starks. „Ich stehe Rede und Antwort zu den Bildern, die noch etwa sechs Wochen im Schlawutzke hängen bleiben sollen“, sagt er. Die Skizzen zu seinen Bildern habe er auf Reisen im Mittelmeerraum geschaffen. „Zu Hause kommt dann die Farbe dazu“, sagt der Maler. Den mediterranen Abend runden gestern auch die Speisen ab. Für die Gäste zauberte die Schlawutzke-Küchenchefin unter anderem gefüllte Baguettes mit getrockneten Tomaten, Schweinelende mit Saltimbocca und mediterrane Puffer mit Parmesan.