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Görlitz

Trockenheit in Görlitzer Kleingärten

Endlos gießen – nur so kamen Kleingärtner letzten Sommer über die Runden. Rosel Slabon kann ein Lied davon singen. Und nun droht das Gleiche wieder.

Rosel Slabon hat ihren Garten in Löbau und hilft auch im Kleingarten der Enkelin in Görlitz mit. Sie weiß, was Trockenheit für Blumen und Gemüse bedeutet.
Rosel Slabon hat ihren Garten in Löbau und hilft auch im Kleingarten der Enkelin in Görlitz mit. Sie weiß, was Trockenheit für Blumen und Gemüse bedeutet. © Nikolai Schmidt

Zu schön ist dieser Anblick und wird von Parzelle zu Parzelle noch besser: Die Tulpen blühen in den herrlichsten Farben, hier und da eine Magnolie, die Apfelbäume stehen noch in voller Blüte und die Maiblumen mit ihrem kräftigen Gelb auch. Wie in allen Gartensparten der Stadt ist diese berauschende Frühlingsidylle auch in der Sparte „Pomologischer Garten“ auf der Paul-Keller-Straße zu finden.

Hier gräbt Rosel Slabon gerade ein Beet um. Sie hilft im Garten der Enkelin. Seit vorigem Jahr hat sie ihn und noch ist einiges zu tun. Die Erde, die ihre Oma ausgräbt, ist dunkel. Der Regen, insbesondere vom Montag, hat schon gut getan. Doch er sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wie andere Kleingärtner hier auf der Paul-Keller-Straße berichten. Der vergangene Sommer sei schlimm gewesen und viele befürchten, dass der diesjährige wieder so werden könnte. Den ganzen April hat es schließlich so gut wie überhaupt nicht geregnet. Die paar Liter vom Montag haben gerade einmal die Oberfläche durchfeuchtet. Nein, diese Trockenheit können sie hier in ihren Gärten, mit den liebevoll angelegten Gemüse- und Blumenbeeten nun wirklich nicht brauchen.

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Rosel Slabon stammt ursprünglich aus Königshain, wohnt aber schon viele Jahre in Löbau. Hier hat sie auch noch einen eigenen Garten, den sie mit ihren 79 Jahren selbstständig bewirtschaftet. Und hier gibt es auch viel Wasser. „Ich habe einen Tank mit 1 000 Liter, jeweils zwei 300 Liter-Tonnen und noch eine 200 Liter-Tonne“, zählt die rüstige Gärtnerin auf. Alle sind jetzt schon wieder gefüllt. „Gut, dass das schon fertig ist“, sagt sie. Vergangenen Sommer hat das Wasser in den Behältern nicht gereicht. Aber die Familie half, sie wieder zu befüllen. „Meine Priemeln und Erdbeeren sind mir letztes Jahr trotzdem vertrocknet, man konnte ja nicht alles gießen, ich habe eher den Nutzpflanzen Wasser gegeben.“ So einen trockenen Sommer habe sie auch noch nicht erlebt. Sehr nasse und kalte hingegen schon.

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Aber Hitze und Trockenheit hin oder her: Kälte sei ja auch nicht gut, weiß Rosel Slabon aus jahrelanger Gartenerfahrung. Und deshalb graut ihr etwas vor den nächsten Tagen. Da will Petrus noch mal auf Winter machen und für Bodenfrost, wenn nicht sogar noch für einige Schneeflocken sorgen. „Bei mir daheim kommen schon die Möhren und Erbsen durch, da ist die Kälte nicht gut.“ Die Bohnen macht sie grundsätzlich erst später, wenn die kalten Tage durch sind. Denn die kommen ja eigentlich immer im Mai. Die Eisheiligen werden sie genannt. Bauern wussten schon lange vor der Wetteraufzeichnung um die kurze Kälteperiode Mitte Mai. Doch zum Glück gibt es im Garten auch viele Pflänzlein, die das auch wissen und zumindest bis etwa minus drei Grad noch Kälte vertragen, Blattsalate, Kohlrabi, Radieschen, Zwiebeln, Schnittlauch oder Pelargonien (Geranien) zum Beispiel. Anfälliger sind da schon Tomaten, oder Gurken. Oder eben Möhren, wie Rosel Slabon sie hat. Abdecken wird sie sie dennoch nicht. Da werde man ja nicht fertig, schmunzelt sie. Die Natur wird es schon regeln.

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