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„Trompetenstimme“ in Orgel entdeckt

Die Besonderheit des Instruments in der Dorfkirche wurde bei der Sanierung entdeckt. Die ist fast abgeschlossen.

Von Constanze Junghanß

Die Orgelrestauratoren aus Lengenfeld im Vogtland legen jetzt letzte Hand in Friederdorf an. „Sie befinden sich sozusagen auf der Zielgeraden“, sagt Wilfried Renger vom Friedersdorfer Kirchbauverein. Für 120 000 Euro werden die Augustin-Arnold-Orgel und ihr Umfeld saniert. Denn das historische Instrument befand sich in einem erbärmlichen Zustand.

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Die gesamte Orgel – begonnen mit der Balganlage, den Windladen, dem Pfeifenwerk, dem Spielschrank mit den Trakturen einschließlich der gesamten Mechanik – war verschlissen und von Holzschädlingen stark in Mitleidenschaft gezogen. „Der historisch belegte Wert der Orgel und letztendlich die technischen Möglichkeiten lassen eine Rekonstruktion dieses wertvollen Instruments zu“, sagt Renger. Zum Umfeld der Sanierungsarbeiten zählen auch ein Teil der Emporenbilder aus dem 18. Jahrhundert, die Empore selbst sowie Wand- und Deckengestaltung.

Ein großes Stück Kirchengeschichte kann dank der Bereitstellung der finanziellen Mittel wieder in neuem Glanz erstrahlen. Mit ins Boot geholt werden konnten dafür unter anderem die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkassenstiftung als größte Geldgeber, die Union Evangelischer Kirchen, der Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz sowie der Lionsclub Niesky Lausitzer Neiße und die Denkmalpflege. Natürlich haben auch die Friedersdorfer Kirchgemeinde und der Kirchbauverein auch fleißig Spenden eingeworben.

Die zwischen 1804 und 1806 erbaute Orgel wird nun bald wieder erklingen. Mit einer „Stimme“, über die nur wenige Orgeln verfügen. Bei den Rekonstruktionsarbeiten wurde nämlich eine Besonderheit entdeckt. Die sogenannte Trompetenstimme im Orgelregister des Instrumentes. Damit auch diese in das Instrument wieder eingefügt werden kann, benötigten Kirchgemeinde und Kirchbauverein zusätzliches Mittel. 3 000 Euro insgesamt.

Ganz unbürokratisch und auf schnellem Weg kam die Summe zusammen. Anfang November luden die Evangelische Innenstadtgemeinde Görlitz zusammen mit Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger zu einem Benefizkonzert auf der Sonnenorgel ein. Die rund 400 Besucher spendeten die erforderliche Summe. Und an diesem Wochenende wird Reinhard Seeliger, der zugleich von der Landeskirche als Orgelsachverständiger für das Friedersdorfer Gotteshaus St. Ursula eingesetzt ist, den Spendenscheck überreichen.

Auf die Besucher wartet dazu ein Adventskonzert unter dem Motto „Weit der Weg, der nach Bethlehem geht – Eine musikalische Reise zum 2. Advent durch fast ganz Europa auf dem Weg zur Krippe.“ Der Kirchen- und Posaunenchor aus Gersdorf/Friedersdorf erklingt. Reinhard Seeliger und Henri Ormieres aus dem französischen Carcassonne werden vierhändig und -füßig, diesmal noch auf einem Ersatzinstrument, das Konzert begleiten. Der Eintritt ist übrigens frei.

Das Konzert in der Kirche Friedersdorf findet am 2. Advent, 16 Uhr, statt.