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Trotz allem: Förderer bereiten Erntedank vor

Coronavirus und Neuinfektionen bestimmen auch im Kloster Buch, wieviel Kultur es geben darf. Der Chef zeigt Zweckoptimismus.

Etwas mehr als 45.000 Besucher haben die Förderer 2019 im Kloster Buch begrüßt. Diese Zahl bleibt 2020 aufgrund der coronabedingten Einschränkungen unerreicht. Wenigstens das Erntedankfest im September soll gefeiert werden.
Etwas mehr als 45.000 Besucher haben die Förderer 2019 im Kloster Buch begrüßt. Diese Zahl bleibt 2020 aufgrund der coronabedingten Einschränkungen unerreicht. Wenigstens das Erntedankfest im September soll gefeiert werden. © Christian Essler

Leisnig. Bis 31. August sind Großveranstaltungen verboten. Das war die verbindliche Festlegung der Bundesregierung – bisher. Seit Mittwochabend steht fest: Das Verbot gilt bis Ende Oktober. Ausnahmen soll es in Sachsen unter anderem beim Vorliegen eines entsprechenden Hygienekonzeptes geben. 

Im Raum Döbeln sind bis Ende August alle größeren Veranstaltungen abgesagt worden. Und auch für die Wochen danach haben sich bislang nur wenige Organisatoren getraut, Verbindliches auf den Weg zu bringen. Dazu gehört der Förderverein Kloster Buch. Der Vorstand hat am Montag entschieden, dass es aus seiner Sicht ein Erntedankfest geben kann und dies vorbereitet werden soll. „Dabei bleiben wir vorerst“, sagte Vorsitzender Heiner Stephan am Mittwoch zu Sächsische.de.

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Als Termin für das Fest steht der 12. und 13. September. „Mit einer Besucherzahl von rund 4.500 wie im vergangenen Jahr rechnen wir da auf keinen Fall“, so Stephan weiter. Auch bei weniger Besuchern solle auf jeden Fall auf den Infektionsschutz geachtet werden.

Gute Gründe fürs Festhalten

Für die Entscheidung, das Erntedankfest anzugehen, nennen der Vereinschef und Sabine Patzelt, die für das Veranstaltungsmanagement zuständig ist, mehrere Gründe. Ein wichtiger ist, „dass wir den Leuten nach Monaten des coronabedingten Verzichts wieder ein wenig Kultur bieten wollen“, sagt Sabine Patzelt. Ein anderer, für den Verein genauso entscheidender ist, die Einnahmesituation zu verbessern.

An das Jahresergebnis 2020 will Heiner Stephan noch überhaupt nicht denken. Im ersten Halbjahr und ein Stück darüber hinaus sind alle größeren Veranstaltungen aufgrund der Corona-Bestimmungen abgesagt worden. Gleiches trifft auf Feiern zu. Manche Familien haben auch schon Reservierungen für die Tage ab September zurückgenommen, weil sie noch vorsichtig sein wollen.

„Das verstehen wir natürlich“, sagte Sabine Patzelt. Trotzdem fehlten diese Einnahmen genauso wie die von Besuchermagneten wie dem Musikfestival mit dem Miskus im Sommer oder bei Bauernmärkten. Zwar dürfen diese Märkte mittlerweile als reine Frischemärkte über die Bühne gehen – allerdings mit Einschränkungen. Und zwar in vielen Bereichen. Die betreffen die Zahl der Gäste, die auf den Hof dürfen. Es geht weiter über das Einbeziehen von Innenräumen, was bislang noch nicht möglich war. Und endet beim Imbiss-Angebot vor Ort.

„Wir werden sehen und uns anpassen“, kündigte Heiner Stephan an. Als Beispiel nennt er den Weinausschank. Während der vergangenen Erntedankfeste schlüpfte der Vorsitzende selbst in die Mönchskutte und verkaufte im Weinkeller das eine oder andere Glas Wein. Das dürfte beim Fest 2020 nicht passieren. Doch aus dem zwar gemütlichen, aber engen Keller könnten der Mundschenk und seine Helfer ohne Probleme in die weitaus luftigere Kapelle oder den Arzneigarten umziehen. Auch die Gottesdienste kann sich Stephan gut im Freien vorstellen.

Vielfalt des Getreides ist Thema

Das Kulturprogramm soll eine Nummer kleiner ausfallen. Trotzdem müssen die Festbesucher nicht ganz auf musikalische Unterhaltung verzichten. Auch an Abwechslung für die Kinder ist gedacht, versicherte Sabine Patzelt. Als Thema fürs Erntedankfest haben sich die Förderer „Vielfalt Getreide“ ausgesucht und in Vorbereitung darauf im Klostergarten schon verschiedene Sorten Getreide angebaut. Wie er damit arbeitet, wird Bäcker Christian Brauer aus Böhrigen dann den Interessierten vor Ort erklären.

In den nächsten Tagen wird das Team des Fördervereins auf die potenziellen Mitwirkenden am Erntedankfest zugehen. Wenn Verträge unterschrieben werden, dann sollen die so gestaltet sein, dass bei einer coronabedingten Absage weder für die Veranstalter noch für deren Vertragspartner Nachteile entstehen. „Für uns alle und auch für die Besucher wäre es schön, wenn wir dieses Fest feiern könnten“, findet Sabine Patzelt.

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