merken
PLUS Sebnitz

Trotz Corona: Kranke gehören in Klinik

Ärzte beobachten, dass sich Schwerkranke derzeit nicht ins Krankenhaus trauen. Das sei falsch. Die Behandlung sei trotz Covid-19 gewährleistet.

Die Asklepios Sächsische Schweiz Klinik in Sebnitz mit einem eigenen Hubschrauberlandeplatz.
Die Asklepios Sächsische Schweiz Klinik in Sebnitz mit einem eigenen Hubschrauberlandeplatz. © Daniel Schäfer

In den Asklepios-Kliniken in Sebnitz und Radeberg beobachten die Ärzte mit Sorge, dass Patienten mit schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen aus Angst vor einer Corona-Infektion immer öfter dringend notwendige Klinikbehandlungen vermeiden. "Dadurch bringen sie sich mitunter in Lebensgefahr, denn die Grunderkrankung ist oft weit gefährlicher als das Risiko einer Corona-Ansteckung", sagt Pressesprecherin Lucia Böhme. Besonders kritisch seien  Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Krebserkrankungen.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

„Bei allen sinnvollen Maßnahmen gegen die Corona-Infektion dürfen wir nicht die anderen schwer erkrankten Patienten aus dem Blick verlieren“, sagt Andreas Müller, Chefarzt der Inneren Abteilung der Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz. „Herzinfarkte, Rhythmusstörungen mit hohem Risiko für einen Herzstillstand oder Schlaganfälle sind lebensbedrohliche Krankheiten, die eine sofortige Behandlung erfordern." 

Wer aus Angst vor einer Infektion eine dringend notwendige stationäre Behandlung vermeide oder verzögere, würde sich in große Gefahr bringen, erklärt der Mediziner.

In den beiden Kliniken, in denen zwar mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt werden, seien aufwendige Schutzmaßnahmen zur Infektionsvermeidung vorgenommen worden. „Patienten haben daher kein erhöhtes Risiko, sich in der Notaufnahme oder auf einer Station anzustecken“, sagt Müller. 

Ähnliche sei das bei Patienten, die an Krebs erkrankt sind. „Ohne Behandlung wachsen Tumore unkontrolliert weiter, dehnen sich aus, sodass wir sie nicht mehr operieren können, oder sie bilden Tochtergeschwülste“, sagt Stefan Päßler, Leiter des Brustzentrums Ostsachsen an der Sebnitzer Klinik. 

Er warnt dringend davor, anstehende Behandlungen einfach bis nach der Pandemie auszusetzen oder begonnene Tumortherapien nicht fortzuführen. „Verzögerungen können gerade zum Beispiel Brustkrebserkrankungen massiv verschlechtern", sagt er. 

Päßler warnt davor, notwendige Operationen oder sonstige Behandlungen zu vermeiden, um die Betten für Corona-Kranke frei zu halten: „Wir müssen versuchen, allen Patienten die sinnvolle Behandlung zu ermöglichen, selbstverständlich auch den Pandemie-Opfern, aber nicht ausschließlich.“ 

Für Covid-19-Patienten haben die Asklepios-Kliniken in Radeberg und Sebnitz entsprechende Kapazitäten geschaffen. Damit seien die Kliniken sehr gut auf eine höhere Zahl an Patienten eingestellt, heißt es. Bis zum 6. April wurden in Sebnitz drei und in Radeberg vier Patienten mit Covid-19 behandelt. Im Heliosklinikum Pirna werden Stand 6. April vier corona-infizierte Menschen behandelt.

Mehr Nachrichten aus Sebnitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Sebnitz