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Trotz Corona: Neuer Unverpackt-Laden öffnet

Anfang Mai bekommt Dresden den vierten Unverpackt-Laden. Wie die Vorbereitungen trotz Corona-Krise und Lieferengpässen bei Nudeln und Reis laufen.

Die neue Theke steht schon da, bald kommen die ersten Waren: Thomas Felsch und Kevin Brüser eröffnen am 2. Mai das "2Gut" auf der Reisewitzer Straße.
Die neue Theke steht schon da, bald kommen die ersten Waren: Thomas Felsch und Kevin Brüser eröffnen am 2. Mai das "2Gut" auf der Reisewitzer Straße. © Sven Ellger

Dresden. Am 2. Mai wollen sie ihren Unverpackt-Laden in der Reisewitzer Straße öffnen. Das "2Gut" wird der erste Unverpackt-Laden in Löbtau und der vierte in Dresden sein. Wie laufen die Vorbereitungen in einer Zeit, in der die Corona-Pandemie viele Wirtschaftsbereiche lahmlegt?

"Die Sache mit unserem Großlieferanten war heikel", sagt Thomas Felsch. Es hieß, er wolle keine neuen Kunden annehmen, weil ohnehin so viel zu tun sei, um alle Bestellungen pünktlich in die Geschäfte zu liefern. "Wir hatten natürlich Angst, dass sich unser Projekt deshalb verschieben könnte", räumt Felschs Geschäftspartner Kevin Brüser ein. 

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Ihr Glück war, dass sie schon lange vor der Corona-Krise Kontakt zum Großlieferanten aufgenommen hatten und ihn nun überreden konnten, die bestellten Waren doch zu liefern. Aus Sicht der künftigen Ladenbetreiber steht einer pünktlichen Eröffnung also nichts im Weg. Vorausgesetzt, die jetzigen Lieferengpässe bei Nudeln und Reis werden nicht noch größer. 

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In den vergangenen Wochen hat sich im großen Eckladen in unmittelbarer Nähe zur Kesselsdorfer Straße viel getan. Zwei Toiletten wurden eingebaut, die Elektrik ist verlegt, das Büro fertig. Derzeit sind die beiden Jungunternehmer damit beschäftigt, Farbe in den Laden zu bringen. Eine Kühltheke und zwei hölzerne Auslagen, in denen später Obst und Gemüse vor dem Geschäft auf Kundschaft warten, sind schon da. Im April geht es dann mit der Inneneinrichtung weiter. Den Tresen fertigt ein Tischler in Eigenregie, deshalb ist dessen Fertigstellung nicht gefährdet. Mitte April wird er dann im neuen Laden aufgebaut. 

Sammel-Aktion: Glasbehälter können gekauft werden

Was in den letzten Monaten richtig gut lief: Ihre Crowdfunding-Aktion, mit der Felsch und Brüser Geld für ihren Neustart im Handel gesammelt haben. Seit Dezember 2019 sind insgesamt 26.200 Euro zusammengekommen, 24.000 Euro wollten sie sammeln. "Ja, die Aktion ist sehr gut angekommen, es steckt aber auch viel Arbeit dahinter." Persönliche Gespräche, Veranstaltungen, Flyer, Social Media - ohne auf diesen verschiedenen Kanälen Werbung zu machen, hätte das sicherlich nicht geklappt, sind sich beide sicher. 

Mit dem Geld wird nun das Herzstück des Unverpackt-Ladens finanziert: 75 große Glasbehälter, aus denen sich ihre Kunden später Reis, Haferflocken, Nudeln und Trockenfrüchte abfüllen können. In selbst mitgebrachte Behälter - so sieht es das plastikfreie Konzept der Unverpackt-Läden vor, das in Dresden mehr als gut ankommt. Mit dem vierten Geschäft hat die Landeshauptstadt demnächst mehr zu bieten als Leipzig mit drei oder Chemnitz mit einem Laden.

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Dass sich der Dresden-Trend durch die Corona-Krise ändern könnte, befürchten Felsch und Brüser nicht. Trotzdem wollen sie noch viel mehr Dresdner auf den plastikfreien Einkauf aufmerksam machen. Mit kleinen Videos, in denen sie erklären, wie etwa Duschbad und Seifen ohne Verpackung ins eigene Bad kommen. "Unverpackt einzukaufen soll nicht nur für Ökos attraktiv sein, sondern für alle", sagt Kevin Brüser. Mit den Videos wollen sie einen eigenen "2Gut"-Kanal in den sozialen Medien aufbauen.

Worauf sie wahrscheinlich verzichten müssen, ist eine große Eröffnungsfeier am 2. Mai. Welche Vorgaben es dann noch angesichts Corona zu beachten gibt, wollen sie mit dem Gesundheitsamt abstimmen. Desinfektionsmittel und Handschuhe liegen bereits auf Lager. Nun heißt es aber erstmal: weiter Wände streichen.

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