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Trotz Sperre etliche Ausflügler unterwegs

Ob zur Babisnauer Pappel oder Talsperre Malter: Polizei und Ordnungsämter erwischten am Wochenende viele dort, wo sie nicht hätten sein dürfen.

Fröhliches Pilgern zur Babisnauer Pappel: Am Sonnabend parkten an der Zufahrt zum Naturdenkmal reihenweise Autos.
Fröhliches Pilgern zur Babisnauer Pappel: Am Sonnabend parkten an der Zufahrt zum Naturdenkmal reihenweise Autos. © Verena Schulenburg

Ein Auto nach dem anderen säumt die Zufahrt zur Babisnauer Pappel. Etliche pilgern in Richtung des Aussichtspunktes am Naturdenkmal, das auf einer Anhöhe zwischen Bannewitz und Kreischa liegt. Die Kennzeichen an den Fahrzeugen gehören fast ausnahmslos der Landeshauptstadt an. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch rings um die Possendorfer Windmühle. Das Domizil liegt zwar noch im Winterschlaf. Das aber hält viele Ausflügler nicht davon ab, hier ihr Fahrzeug zu parken und Spazieren zu gehen. 

Zu schön, um drinnen zu hocken, war das Wetter. Bei bis zu 14 Grad Celsius und Sonne satt zog es vor allem am Sonnabend viele ins Freie. Sie hielten sich trotz der verhängten Ausgangsbeschränkungen des Freistaates Sachsen wegen der Corona-Pandemie nicht zurück. Demnach dürfen derzeit alle nur aus triftigen Gründen das Haus verlassen, vor allem zum Arbeiten, zum Einkaufen, aber auch zum Sport und Spazieren an der Luft. Letzteres ist aber nur im "Umfeld des Wohnbereichs" gestattet, wie es in der Allgemeinverfügung des Freistaates vom 22. März heißt. Was das genau bedeutet, interpretierte wohl auch an diesem Wochenende jeder anders. 

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"Ich habe meine Enkelkinder seit drei Wochen nun schon nicht mehr gesehen", erzählt eine Dresdnerin, die gerade mit ihrem Mann zur Babisnauer Pappel schlendern will. "Wir versuchen uns schon an alles zu halten, aber irgendwo muss man doch auch mal frische Luft schnappen können", sagt sie. Damit sie dem Gedränge des Großen Gartens entkommen, wären sie extra ein Stück weiter raus gefahren. Nun riskieren sie dafür ein Bußgeld. Genauso wie andere Dresdner, die an diesem sonnigen Sonnabend den Ausflug zur Pappel oder anderswohin wählten.

Denn die Ordnungsämter des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der Kommunen, aber auch die Polizei kontrollieren seit dem Wochenende verstärkt, ob die Ausgangsregeln eingehalten werden. Das Landratsamt in Pirna ordnete zudem am Freitag an, alle touristischen Parkplätze zu sperren, um ein Gedränge von Besuchern und damit eine Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden. Davon betroffen sind neben der Sächsischen Schweiz vor allem Parkplätze in der Dippoldiswalder Heide und im Tharandter Wald. 

Auch rings um die Talsperre Malter habe man am Wochenende Kennzeichen festgestellt, die definitiv nicht dem Landkreis zuzuordnen waren, sagt Linda Knetsch vom Dippoldiswalder Krisenstab. Das galt auch für einige Ausflügler in der Dippoldiswalder Heide. Insgesamt habe sie schon den Eindruck, die Verstöße nehmen ab, die Leute halten sich zunehmend an die Bestimmungen - aber eben nicht alle. "In den vergangenen Tagen hatten wir hauptsächlich mit den Betroffenen das Gespräch gesucht und immer wieder erklärt, woran sie sich halten müssen", sagt Knetsch. Diesmal werde man aber wohl auch ein paar Anzeigen verhängen müssen. 

Polizistinnen der Polizeireiterstaffel Großerkmannsdorf waren am Wochenende im Tharandter Wald unterwegs und kontrollierten die gesperrten Parkplätze.
Polizistinnen der Polizeireiterstaffel Großerkmannsdorf waren am Wochenende im Tharandter Wald unterwegs und kontrollierten die gesperrten Parkplätze. © Andreas Weihs

Größere Verstöße konnten im Tharandter Wald nicht festgestellt werden. Die Reiterstaffel der Polizei war hier unterwegs. Ausflügler hielten sich an die Sperrungen der Parkplätze, wie am Walderlebnis oder der Zentralparkplatz in Grillenburg, resümiert auch Holger Jakob, Ordnungsamtschef der Stadt Tharandt. Lediglich ein paar Waldbesucher hatten ihre Autos an anderen Waldschneisen abgestellt, auch mit Dresdner, Chemnitzer und Freiberger Kennzeichen, sagt er.

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Viele Ausflügler, die man auf ihr Fehlverhalten hin anspreche, reagierten einsichtig und fuhren wieder weg, bilanziert auch die Bannewitzer Ordnungsamtschefin Sylvia Stiller. Sie appelliert vor allem an die Vernunft der Leute, bevor zu den äußersten Strafen gegriffen wird. Umdenken macht sich bezahlt. Denn die Bußgelder haben es in sich. Wer beispielsweise außerhalb seines Wohnumfeldes zum Spazieren geht, müsse wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz mit mindestens 500 Euro Bußgeld rechnen. Auch einen Dresdner, der in Boderitz parkte, hätte es fast erwischt.

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