merken
PLUS

Trümmerpodest kommt weg

Auf dem Hof der Förderschule Goethestraße liegen die belasteten Reste des alten Wasserturms – teurer Müll.

© Sebastian Schultz

Von Britta Veltzke

Riesa. Der Umbau des Schulhofes der Förderschule Goethestraße wird teurer als gedacht. Proben aus dem Podest auf dem Gelände haben ergeben, dass das Baumaterial mit Schadstoffen belastet ist. Für die Entsorgung fallen laut Stadtsprecher Uwe Päsler rund 10 000 Euro Mehrkosten an.

Stars im Strampler aus Riesa
Stars im Strampler aus Riesa

Hier werden Fotos von Neugeborenen gezeigt, die aus Riesa oder aus der Region kommen. Vielleicht ist auch Ihr Bild bald dabei?

Laut Schulleiter Matthias Strobel ist das Podest bereits seit etwa einem halben Jahr gesperrt: „Es ist eine Unfallquelle“, sagt er. Rot-weißes Flatterband umzäunt nun das Plateau. In den Sommerferien soll es endgültig abgetragen werden. Ursprünglich war an der Stelle ein Feuerlöschteich. Verfüllt wurde dieser mit den Überresten des alten Wasserturms, der bis 1962 neben dem Schulgebäude stand. Nach Informationen der Stadt wurde der Turm Ende des 19. Jahrhunderts mehrfach mit Ölfarbe bestrichen. „Die Reste davon liegen nun auf dem Schulhof begraben“, sagt Stadtsprecher Uwe Päsler und spricht von der „späten Rache“ des alten Wasserturms. „Bei den Proben hat sich gezeigt, dass die Massen von dort nicht mehr anderswo einzubauen sind, da sie entsorgungspflichtige Stoffe, wie zum Beispiel Teerpappe, enthalten“, erklärt der Stadtsprecher.

Aber war es nicht schon vorher bekannt, dass das Podest aus belastetem Material besteht? „Natürlich war bekannt, dass der Bauschutt zur Verfüllung des alten Feuerlöschteiches genutzt wurde“, meint, Uwe Päsler, „nicht jedoch, dass die belasteten Schichten unbedingt gesondert zu entsorgen sind. Deren Belastung konnte erst mit einer großen Untersuchung herausgefunden werden.“ Auf die Bauzeit im Sommer – vom 27. Juni bis zum 5. August – habe der Fund aber keine Auswirkungen, so Päsler weiter.

Diese Nachricht hört besonders Schulleiter Matthias Strobel gern. „Eigentlich stand die Schulhofsanierung schon mal im Jahr 2007 an, wurde dann aber wieder abgesagt, weil die Fördermittel, mit denen die Stadt gerechnet hatte, doch nicht geflossen sind“, erklärt er. Den Schulbetrieb stören werde der Umbau des Hofes nicht: „Die Baumaßnahme ist ja für die Sommerferien geplant“, so Strobel, der die Förderschule seit 2004 leitet.

Bereits in den letzten Jahren hat sich um das alte Schulgebäude, das um 1870 errichtet wurde, einiges verändert: Dort, wo einst der Wasserturm stand, können die Schüler nun durch ein Klettergerüst kraxeln. Daneben sind bis zum letzten Jahr eine neue Weitsprunggrube und eine neue Laufbahn entstanden.

Die geplanten Kosten für den zweiten Bauabschnitt an der Förderschule belaufen sich auf knapp 230 000 Euro. Dort, wo jetzt noch das Podest steht, soll nach den Sommerferien ebenes Pflaster liegen. Außerdem ist der Bau einer weiteren Laufbahn und Trampolinen geplant. Der zuständige Bauausschuss soll im Mai darüber entscheiden, welches Unternehmen den Auftrag dafür bekommt. „Nach jetzigem Stand der Dinge bleibt die Entsorgung des Bauschuttes die einzige Position im Leistungsverzeichnis, die Mehrkosten verursacht“, hofft Stadtsprecher Uwe Päsler. Die „böse Überraschung“ an der Goethestraße ist schließlich nicht einzige, die das städtische Bauamt derzeit beschäftigt. In der Grundschule Käthe Kollwitz am Rathausplatz war im vergangenen Jahr Hausschwamm entdeckt worden. Die Beseitigung und die Entsorgung des befallenen Materials erhöhen die Kosten der Sanierung und verzögern der Umzug der Schüler von der provisorischen Containerschule in das alte Gebäude um drei Monate.