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Die richtige Frau gegen Trump

Auf dem Weg ins Präsidentenamt braucht Joe Biden eine Mitstreiterin. Auf der Kandidaten-Liste sind auch ehemalige Konkurrentinnen.

Wen holt Trumps Herausforderer Joe Biden als mögliche Vizepräsidentin an seine Seite? Im Gespräch sind Kamala Harris (l.), Susan Rice und Elizabeth Warren (r.).
Wen holt Trumps Herausforderer Joe Biden als mögliche Vizepräsidentin an seine Seite? Im Gespräch sind Kamala Harris (l.), Susan Rice und Elizabeth Warren (r.). © ZUMA Wire/dpa

Eine Frau soll es werden, so viel steht fest. Die USA rätseln, wen sich Joe Biden im Wahlkampf gegen US-Präsident Donald Trump an seine Seite holt. Doch der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten hält sich bislang bedeckt, was die Benennung seiner möglichen Stellvertreterin angeht. In der ersten August-Woche werde er eine Entscheidung treffen, sagte er. Wen Biden wählt, dürfte nicht nur Einfluss auf seine Wahlchancen haben. Die Entscheidung ist wegen Bidens hohen Alters von besonderer Bedeutung.

Bei Amtsantritt wäre Biden 78 Jahre alt. Es wird erwartet, dass er nur eine Amtszeit lang regieren würde, sollte er die Wahl am 3. November gewinnen. Seine Vize könnte eine Art „potenzielle Präsidentin in Wartehaltung“ werden, schrieb das US-Magazin The Atlantic.

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Im Zuge der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt stieg der Druck auf Biden, eine nicht-weiße Kandidatin zu benennen. Auf wen die Wahl fällt, dürfte von mehreren Faktoren abhängen: Welche Verbindung haben Biden und Person X zueinander? Welche Gemeinsamkeiten können das Regieren erleichtern, welche Differenzen die Chancen auf einen Wahlsieg erhöhen? Wie trifft die Kandidatin den Nerv der Bevölkerung?

Die Juristin: Kamala Harris

Sie hat nach Einschätzung mehrerer US-Medien die besten Chancen auf die Vizepräsidentschaftskandidatur. Die 55-Jährige wollte im November selbst gegen Trump antreten. Zu Beginn galt sie als chancenreiche Kandidatin, ihre Kampagne entpuppte sich aber als Enttäuschung. Harris ist die zweite schwarze Amerikanerin in der Geschichte, die in den US-Senat gewählt wurde. Sie vertritt dort Kalifornien. Ihre Beziehung zu Biden gilt als gut, auch wenn die beiden im Präsidentschaftsrennen einige Male aneinanderrasselten.

Zum Verhängnis wurde Harris im Wahlkampf ihre Vergangenheit als Staatsanwältin und Justizministerin. Harris präsentierte sich als Verfechterin eines gerechteren Strafjustizsystems. Kritiker warfen ihr mit Blick auf Entscheidungen während ihrer Amtszeiten das Gegenteil vor. So soll Harris mehrfach dafür gesorgt haben, dass Fehlurteile trotz eindeutiger Beweise in Kraft blieben.

Die Professorin: Elizabeth Warren

Die Senatorin konkurrierte ebenfalls mit Biden um die Präsidentschaftskandidatur und hatte über längere Zeit in nationalen Umfragen vorn gelegen. Im März stieg die ehemalige Professorin der Harvard Law School aus dem Rennen aus und sagte Biden einen Monat später ihre Unterstützung zu. Die 71-Jährige aus Massachusetts vertritt anders als Biden eine klar linke Agenda. Sie spricht sich für eine Reichensteuer und eine Krankenversicherung für alle aus.

Die Vorkämpferin: Tammy Duckworth

Die klaren ideologischen Differenzen zwischen Biden und Warren könnten sich bei der Wahl auszahlen, um sich die Stimmen junger Wähler des linken Flügels zu sichern. Gleichzeitig würde das Paar Gefahr laufen, moderate Wähler zu verprellen. Was zudem gegen Warren spricht: dass sie eine weiße Kandidatin ist und ebenfalls über 70. Es ist fraglich, ob Biden mit der Wahl Warrens das Zeichen setzen würde, das afroamerikanische Wähler von ihm erwarten, die ihm bei den Vorwahlen wichtige Stimmen geliefert haben.

Die Ex-Botschafterin: Susan Rice

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Die 55-jährige Afroamerikanerin ist politische Wegbegleiterin von Barack Obama. Während seiner Präsidentschaft war sie von 2009 bis 2013 US-Botschafterin bei der Uno, anschließend wurde sie Nationale Sicherheitsberaterin. Ins Amt der Außenministerin schaffte sie es nicht: Sie gab ihre Ambitionen nach massiver Kritik von Republikanern auf. Die Opposition hatte ihr vorgeworfen, nach einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi die Öffentlichkeit zunächst falsch informiert und den Terrorakt heruntergespielt zu haben.

Weitere Kandidatinnen

Chancen haben auch Atlantas Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms (50), die Kongressabgeordnete Val Demings, Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer und New Mexicos Gouverneurin Michelle Lujan Grisham. (dpa)

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