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Politik

Trump trägt eine Mitschuld an den Massakern

Ein Mann erschießt in Texas 20 Menschen, wohl aus einem rassistischen Hintergrund. Attentäter fühlen sich von Trumps Reden motiviert, sagt unser Kommentator.

© dpa, Montage: SZ

Von Thomas Spang

Diesmal richtete sich der Terror nicht gegen Muslime oder Juden. In dem „mexikanischen Walmart“ in El Paso gerieten Latinos ins Visier eines weißen Rechtsextremisten. Der Anschlag sei eine Antwort auf die angebliche „Invasion“ hispanischer Zuwanderer aus dem Süden, heißt es in einem Manifest, das die Motive erklären soll. Wenn die Wortwahl bekannt klingt, dann zurecht. 

So hetzt auch der Präsident der Vereinigten Staaten auf Kundgebungen vor seinen Anhängern. Mehr als einmal gebrauchte er den Begriff einer Invasion, der so falsch wie dumm ist. Tatsächlich haben Latinos schon in Texas gelebt, als dieses noch gar nicht zu den USA gehörte.

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Der Präsident benutzt Formulierungen aus dem Wörterbuch des Unmenschen. Er weckt Assoziationen zwischen Flüchtlingen und Ungeziefern, spricht von Verseuchung oder empfiehlt nicht-weißen Amerikanern „zurück zu gehen“. Ja wohin denn eigentlich?

Verwirrte Seelen, wie die des Attentäters von El Paso, lassen sich von solchen Worten inspirieren. Die Differenz zwischen Wort und Tat lässt sich mit einer AK 47 (Schnellfeuergewehr) nur allzu leicht überbrücken. Trump erntet, was er gesät hat. Statt Gebete zu versprechen, sollte der Präsident auf die Ausfälle gegen Latinos, Muslime und Schwarze verzichten. Und endlich etwas gegen die Waffengewalt unternehmen, die in den USA epidemische Ausmaße angenommen hat.

Neben den Opfern des Terroranschlags von El Paso trauern die Amerikaner um neun Tote in Ohio, die ihr Leben im ganz alltäglichen Waffenwahn der USA verloren. Zunehmend bedenklich ist die Verbindung von leichter Zugänglichkeit zu kriegstauglichen Schießeisen und der wachsenden Entschlossenheit einheimischer Extremisten, davon Gebrauch zu machen.

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Mit seiner Strategie, Flüchtlinge und Einwanderer zu entmenschlichen, trägt Donald Trump zweifellos eine Mitverantwortung für das Erstarken weißer Rechtsextremisten in den USA. Der gesellschaftliche Zusammenhalt scheint heute zerbrechlicher denn je. Der Terror von El Paso muss ein Weckruf sein, der die Augen öffnet, bevor es zu spät ist.

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