merken
PLUS Görlitz

Truppenübungsplatz wird ausgebaut

Der Platz in Weißkeißel soll als Übungseinrichtung der Streitkräfte aufgewertet werden. Das steht im Gegensatz zu den Plänen, die die Linke zuvor geäußert hatte.

© SZ-Archiv / André Schulze

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz soll als zentrale Ausbildungs- und Übungseinrichtung der Streitkräfte aufgewertet und für die Zukunft fit gemacht werden. Über die Pläne informierte General Eberhard Zorn am Dienstag bei einem Besuch in der Kommandantur in Weißkeißel. „Der Platz hat die Dimension und das Potenzial dazu“, begründete der Generalinspekteur der Bundeswehr.

Als Zwischenstopp für amerikanische Truppen, die nach Polen verlegt werden, habe sich der Platz bereits bewährt. Um auch künftig als „Speerspitze der Nato“ den Bündnisverpflichtungen gerecht zu werden, soll die Infrastruktur erweitert werden, damit die Soldaten hier nicht nur rasten, sondern auch üben und ihre Technik warten können. Dafür seien feste Gebäude und Hangar erforderlich. Um außerdem die Truppe von den Aufgaben der Versorgung zu entlasten, soll die Logistik künftig Aufgabe von zivilem Personal sein und entsprechende Aufträge dafür an die mittelständische Wirtschaft vergeben werden, kündigte Eberhard Zorn an. Um wie viele Arbeitsplätze es sich dabei handelt, da könne er sich aber noch nicht festlegen.

Gesundheit
Gesund und Fit
Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Dieser Beschluss steht im Gegensatz zu den Nutzungsplänen, für die sich Die Linke im April in einer Pressemitteilung stark gemacht hatte. Die Partei wollte das Militärgelände im Norden des Kreises für eine zivile Nutzung freigeben. Der Platz sei Zwischenstation für den Aufmarsch an der Nato-Ostgrenze, Übungsraum für internationale Streitkräfte, ein "wichtiger Ort für die Militarisierung der Außenpolitik mitten in der Oberlausitz", erklärte der Kreisverband der Linken. Als Friedenspartei könne sie das nicht unberührt lassen.

Ziel der Linken sei es, den Truppenübungsplatz zivil zu nutzen. Die Idee, das sich die Bundeswehr mit "aktiven Kampfverbänden in der Lausitz" ansiedeln solle, lehne die Partei entschieden ab. Heike Krahl, Mitglied des Kreisverbandes aus Krauschwitz: "Strukturwandel mit Panzern ist kein Strukturwandel, wir brauchen nachhaltige, zivile und durch die Bevölkerung getragene Projekte."

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz wird immer wieder für Manöver verschiedener Armeen genutzt.
Der Truppenübungsplatz Oberlausitz wird immer wieder für Manöver verschiedener Armeen genutzt. © SZ-Archiv / André Schulze
Vor drei Jahren .... 
Vor drei Jahren ....  © SZ-Archiv / André Schulze
... übte dort etwa die Armee von Singapur ...
... übte dort etwa die Armee von Singapur ... © SZ-Archiv / André Schulze
... mit ihren Panzern Leopard 2 ...
... mit ihren Panzern Leopard 2 ... © SZ-Archiv / André Schulze
... gemeinsam mit der Panzerlehrbrigade 93.
... gemeinsam mit der Panzerlehrbrigade 93. © SZ-Archiv / André Schulze

Die Lausitz habe als Energielieferant mit der Zerstörung und Verwüstung ihrer Landschaften und Orte einen hohen Preis gezahlt. "Wir wollen jetzt Projekte, die in eine friedliche Zukunft zeigen, in welcher die Lausitz mit ihrer Schönheit für alle nutzbar und erlebbar ist und nicht Sperrzäune, Kasernen, Sicherheitsbereiche und Kriegstourismus", so Heike Krahl. Landrat Bernd Lange (CDU) hat zu diesem Thema eine ganz andere Meinung. "Wir sollten die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr eher stärken", sagte er und spricht sich für die weitere Nutzung des Geländes als Truppenübungsplatz klar aus. "Die Bundeswehr ist schließlich auch ein Arbeitgeber", sagt der Landrat. Er hätte sich zudem gewünscht, dass der Flugplatz Rothenburg in die Pläne der Bundeswehr eingebunden sein sollte. "Warum kann das neue Transportflugzeug nicht hier stationiert werden?", fragt sich Bernd Lange. Immerhin hätte der kürzere Weg zum Truppenübungsplatz seine Vorteile.

Die Pläne der Linken, verstärkt auf eine zivile Nutzung des Areals zu drängen, auf eine "friedliche Oberlausitz", wie die Partei es nennt, scheinen nun mit den von General Eberhard Zorn geäußerten Plänen vom Tisch zu sein. Die Übungen, die auf dem Truppenübungsplatz stattfinden, seien "nicht nur auf eine defensive Verteidigungspolitik ausgerichtet", hatte die Partei kritisiert.

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz ist einer von 13 der Bundeswehr und zugleich einer der modernsten. Gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) informierte sich der Generalinspekteur über die Möglichkeiten zur verstärkten Nutzung des Platzes in der Muskauer Heide als Übungsgelände für unbemannte fliegende Systeme und darüber, was die Digitalisierung für die Sicherheit auf und um den Platz herum bedeutet.

Rund 1,6 Millionen Euro hat die Bundeswehr 2018 für größere Baumaßnahmen auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz ausgegeben. Die Masse der Aufträge verblieb in der Region. Zwar sank die Zahl der an den Übungen beteiligten Soldaten von 14 495 im Jahr 2017 auf 10.836, die der Übungsschießen stieg dagegen von 1.092 auf 1.489. (SZ/mit mrc)

Mehr lokale Artikel:

www.sächsische.de/goerlitz

www.sächsische.de/niesky

Mehr zum Thema Görlitz