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Tschechen sagen den Alu-Münzen Adieu

Die leichten Alu-Münzen werden ab Anfang November nicht mehr die Geldbörsen der Tschechen verstopfen. Viele Menschen, aber vor allem Geschäftsleute wollten das Kleingeld nicht mehr annehmen. Die Herstellung der Zehn- und Zwanzigheller-Stücken war dabei viel teurer als das Produkt am Ende wert war.

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Von Eva Jeschkova

Die leichten Alu-Münzen werden ab Anfang November nicht mehr die Geldbörsen der Tschechen verstopfen. Viele Menschen, aber vor allem Geschäftsleute wollten das Kleingeld nicht mehr annehmen. Die Herstellung der Zehn- und Zwanzigheller-Stücken war dabei viel teurer als das Produkt am Ende wert war. Deswegen hat sich die Tschechische Nationalbank jetzt entschlossen, die kleinen Geldstücke aus dem Verkehr zu ziehen.

Der kostenlose Austausch der Alu-Münzen wird ein Jahr dauern. Die Zentralbank wird sie aber noch fünf Jahre länger annehmen. Allerdings: Wenn man dann aber die wertlosen Blechstückchen noch gratis los sein möchte, muss man sie sorgfältig sortieren und extra einpacken. 100 Stück in eine Plastiktüte, 50 in eine Rolle.

Über das Ende der Kleinmünzen, die genau zehn Jahre im Umlauf waren, entschied die Zentralbank vor einem Jahr. Sie hatte festgestellt, dass sie unpraktisch sind und keine große Rolle mehr als Wechselgeld spielen. Oftmals wurden sie nur einmal benutzt. An den Kassen in Geschäften wurden sie von beiden Seiten ungern akzeptiert. Das Kassieren dauerte länger.

Ökonomen meinen, dass die Preise nicht dramatisch steigen werden, wenn jetzt die Münzen eingezogen werden. Viele Hersteller beruhigen die Kunden, dass die Preise gleich bleiben. Die Großmärkte, wo die Tschechen am meisten einkaufen, wollen die Preis-Ausschilderung gar nicht ändern und werden erst an der Kasse runden. Bis 20 und 70 Heller jeweils nach unten, sonst nach oben.

Die unbeliebten Münzen enden in Jablonec nad Nisou (Gablonz) in genau dem Betrieb Bižuterie Ceská Mincovna (Bijouterie Tschechisches Münzhaus), wo sie auch hergestellt wurden. Nach Schätzungen sind etwa zwei Milliarden Zehn- und Zwanzig-Hellermünzen im Umlauf. Oder, um eine Vorstellung zu haben: Es geht um 900 Tonnen Metall. Der Direktor der Bijouterie, Miroslav Jotov, rechnet damit, dass nur die Hälfte davon wirklich eingesammelt wird.

Für die Vernichtung der Münzen hat das Jablonecer Unternehmen eine spezielle Pressmaschine in Deutschland beschafft, die die Geldstücke einschmilzt und in Pakete formt. „In einer Stunde könnten bis zu drei Tonnen Münzen vernichtet werden. In der Abteilung werden besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen – genau dieselben, die bei der Herstellung der Münzen gelten“, ergänzt Jotov. Die erste Aktion ist für Anfang November geplant. Den Schrott aus den Alu-Münzen wird die Bijouterie verkaufen. Interessenten gibt es zwei – einen aus der Slowakei und einen aus Deutschland.