merken
PLUS

Tschechischer Arzt hilft Oderwitzer Kollegen

Pavel Martínek hat seit September die Patienten von Dr. Hanzl untersucht. Bald muss er fort – vielleicht nicht für lange.

© Matthias Weber

Von Grit Lobstein

Anzeige
Gestresste Männerhaut ade

Statt Socken: Verschenken Sie den Geheimtipp für natürlich gepflegte Männerhaut.

Grippe und Erkältungen sind derzeit im vollen Gange. „Die Patienten standen die ganze Woche Schlange“, resümiert MUDr. Pavel Martínek. Hinter ihm liegen anstrengende Tage ohne Dr. Gottfried Hanzl, aber er hat sich gut geschlagen, die Patienten waren zufrieden. Seit vergangenem September ergänzte er das Praxisteam in Niederoderwitz und absolviert gleichzeitig das letzte halbe Jahr seiner Facharztausbildung als Allgemeinmediziner. Ab März folgt nur noch die Prüfung, dann kann er in den Praxisalltag einsteigen. Ob dies in der Praxis von Dr. Hanzl sein wird, bleibt nur zu hoffen. „Ich habe auf alle Fälle vor, wieder in die Region zu kommen“, lächelt der 32-jährige. Die Facharztprüfung schließt er jedoch erstmal in Bayern ab. Dies kann bis zu einem halben Jahr dauern. „Das weiß man vorher nicht so genau, weil die Zulassung erst in München beantragt werden muss“, meint er, und dass die Bürokratie auch in diesem Fall einige Hürden bereithält. Aber der sympathische junge Arzt ist guter Dinge, dass es zügig gehen wird. In der Zwischenzeit wird er in einer Arztpraxis als Weiterbildungsassistent tätig werden und seine Kenntnisse weiter ausbauen.

Schon vor der Zeit bei Dr. Hanzl lebte der gebürtige Tscheche in Bayern und arbeitete dort in einer Klinik zuletzt in der Inneren Medizin. Dorthin verschlug es ihn nach seinem Studium an der Karls-Universität in Prag. „Eigentlich wollte ich nur ein paar Monate in Deutschland bleiben“, erzählt er in fließendem Deutsch, „doch daraus sind jetzt schon sechseinhalb Jahre geworden.“ Jahre, in denen er für sich erkannte, was ihm am besten liegt und gefällt. Ein besonderes Faible hegt er für die Neurologie. „Doch auf Dauer war mir dieser Bereich zu einseitig“, sagt er, und so arbeitete er auch schon in der Chirurgie und die vergangenen beiden Jahre in der Inneren Medizin. Zu seinem 30. Geburtstag stellte er sich dann selbst die Frage: Wie weiter, wo will ich in zehn Jahren sein? Als Oberarzt mit ständig langen Arbeitszeiten, dass konnte er sich nicht vorstellen. Aber Hausarzt, mit vielen verschiedenen Patienten, die er über lange Zeit betreuen kann, das gefällt Pavel Martínek gut.

Den letzten Anstoß für diese Entscheidung gab es jedoch erst, als er selbst erkrankte und zu einem Hausarzt und ehemaligen Kollegen ging. Inspiriert durch dessen Laufbahn, begann er schließlich seine Facharztausbildung als Allgemeinmediziner. Ein Jahr davon war er bei diesem Hausarzt in Oberfranken als Arzt in Weiterbildung angestellt. Dessen Ermächtigung zur Fortbildung lief jedoch nur ein Jahr. Auf der Suche nach einer Stelle für das letzte halbe Jahr stieß der junge Mediziner auf Dr. Hanzl in Niederorderwitz. „Ich habe in der Region gesucht, weil meine Freundin hier ist“, verrät er. Diese Tatsache lässt auf jeden Fall hoffen, dass er mit dem erfolgreichen Abschluss in der Tasche wieder in die Oberlausitz zurückkommt. Die Familie ist Pavel Martinek sehr wichtig. Allein die Inspiration, überhaupt Arzt zu werden, zog er aus seiner Familie. „Meine Tante ist Ärztin mit Leib und Seele, seit meiner Kindheit schätze ich sie und ihre Arbeit“, erzählt der 32-jährige. „Ich habe immer gedacht: Wenn das, was sie macht, Medizin bedeutet, dann möchte ich auch Arzt werden.“

In wenigen Tagen endet nun erst mal seine Zeit in der Praxis in Oderwitz. Gottfried Hanzl hat trotzdem weiterhin Unterstützung. MUDr. Eva Lukesová ergänzt ab März das Praxisteam. Die junge Ärztin war bis Ende vergangenen Jahres in der Arztpraxis von. Dietmar Kuttner in Zittau angestellt. Doch da es dort Veränderungen gibt, die ihr an dieser Stelle keine Perspektive boten, freut sie sich jetzt auf neue Herausforderungen in der Niederoderwitzer Praxis von Hanzl.