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TU Dresden: Staudinger wird neue Rektorin 

An der Spitze des größten Unternehmens im Freistaat steht künftig eine Managerin. Sie kennt die Uni bereits und will sie zu einer globalen Universität machen.

Die neu gewählte Rektorin der Dresdner Universität: Psychologieprofessorin Ursula Staudinger. Vergangene Woche hatte sie sich bereits den Mitarbeitern an der Uni mit ihren Plänen vorgestellt.
Die neu gewählte Rektorin der Dresdner Universität: Psychologieprofessorin Ursula Staudinger. Vergangene Woche hatte sie sich bereits den Mitarbeitern an der Uni mit ihren Plänen vorgestellt. © Michael Kretzschmar

Dresden.  Der Erweiterte Senat der TU Dresden hat am Dienstag die Psychologin und Professorin Ursula M. Staudinger für eine fünfjährige Amtszeit zur Rektorin gewählt. Ihr Amtsantritt ist für Mitte August 2020 geplant.

Im Vorfeld der Wahl gab es universitätsinterne Vorstellungsrunden, bei denen Professorin Staudinger als wichtige Aufgabe für ihr Rektorat die Fortführung der bisherigen Strategie der TU Dresden nannte. Dabei sei es das wichtigstes Ziel für die  Universität, nach sechs Jahren ihren Exzellenzstatus erneut bestätigt zu bekommen.

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Der Ausbau von breiter Interdisziplinarität auf Augenhöhe werde hierbei eine wichtige Rolle spielen. Selbstverständlich, so sagt Staudinger, müsse exzellente Forschung auch mit einer exzellenten und modernen Lehre verbunden sein. "Darüber hinaus möchte ich die TU Dresden zu einer globalen Universität für das 21. Jahrhundert entwickeln und sehe das 200-jährige Jubiläum im Jahr 2028 dabei als einen wichtigen Meilenstein.“ Die TU Dresden könne entscheidende Beiträge zur Bewältigung der globalen Herausforderungen der Menschheit leisten.

Als frühere Professorin an der TU Dresden sei sie von der Entwicklung der Universität in den vergangenen Jahren tief beeindruckt: "Nicht zuletzt ist es diese Leistungskurve der Universität, die mich motiviert hat, mich um das Amt der Rektorin zu bewerben."

Ursula Staudinger verfügt über umfangreiche Führungs- und Managementerfahrungen. Durch die langen Auslandsaufenthalte kennt sie zudem andere Wissenschaftssysteme sehr gut. Diese Kontakte, Netzwerke und Erfahrungen hofft die TU Dresden nun, für sich nutzen zu können.

Rektor Müller-Steinhagen mit neuem Job

Für den bisherigen Rektor Hans Müller-Steinhagen endet die Amtszeit im August. Zehn Jahre lang hat er dann die Universität gesteuert. Letztlich konnte er mit seinem Team die Dresdner TU bis zur Elite-Uni bringen. Und es ist die einzige Eliteuni in einem ostdeutschen Bundesland.

Und nun? Für Hans Müller-Steinhagen bedeutet das den Ruhestand mit 66 Jahren. Ja vielleicht nicht ganz. Es gibt ja immer was zu tun im Wissenschaftsland Sachsen. Aber als Manager des größten Unternehmens im Freistaat, der TU Dresden, konnte er nicht noch einmal antreten.

Hans Müller-Steinhagen hat in seinen zehn Amtsjahren die TU Dresden unter die Eliteunis von Deutschland gebracht. Jetzt droht der Ruhestand - oder doch nicht ganz?
Hans Müller-Steinhagen hat in seinen zehn Amtsjahren die TU Dresden unter die Eliteunis von Deutschland gebracht. Jetzt droht der Ruhestand - oder doch nicht ganz? ©  Christian Juppe

Gleich zwei Frauen, beide nicht Ingenieure, waren als Kandidatinnen fürs höchste Amt aufgestellt, und ein Kandidat. Das hatte der externe Hochschulrat, eine Art Aufsichtsrat der Universität, beschlossen. Die Hochschulratsvorsitzende, Gunda Röstel, erklärte nach der Nominierung der Kandidaten vor einer Woche: „Ich bin sehr dankbar, dass es dem Hochschulrat im Benehmen mit dem Senat gelungen ist, drei im Wissenschaftssektor international renommierte Persönlichkeiten zur Wahl vorzuschlagen.“

Wie viele sich insgesamt auf dieses Amt beworben hatten, wer außerdem dabei war, blieb im Gremium vertraulich. Hier sind die drei Kandidaten, die am Dienstag zur Abstimmung standen, noch einmal im Überblick: 

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  • Prof. Dr. Ursula M. Staudinger, Psychologin und Alternsforscherin, ist die neu gewählte TU Rektorin. Sie hat bisher eine Lebenszeitprofessur für soziomedizinische Wissenschaften am Columbia Aging Center der Columbia University in New York inne, das sie 2013 gründete. Sie ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, deren Vizepräsidentin sie von 2007 bis 2017 war. Von 1999 bis 2003 war sie bereits schon einmal Professorin an der TU Dresden.
  • Prof. Dr. Simone Fulda ist Medizinerin und derzeit Vizepräsidentin für Forschung und akademische Infrastruktur der Goethe-Universität Frankfurt und Direktorin des Instituts für Experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie sowie Universitätsprofessorin für Experimentelle Tumorforschung am Universitätsklinikum Frankfurt. Sie ist Mitglied der Leopoldina und war von 2012 bis 2018 Mitglied des Wissenschaftsrats.
  • Prof. Dr. Ulrich S. Schubert ist Chemiker und seit 2007 an der Universität Jena tätig und hatte mehrere Rufe an renommierte Universitäten im In- und Ausland. Er ist Gründer und Direktor von zwei Forschungszentren, wesentlicher Beteiligter an mehreren Sonderforschungsbereichen und dem Exzellenzcluster „Microverse“, Auswärtiges Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und „Hochschullehrer des Jahres 2019“.

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