merken
PLUS Döbeln

Tüv-Schwindel im großen Stil

Sie haben unzählige falsche Plaketten und Stempel verteilt - und sie sind aufgeflogen. Nun stehen die Männer aus Mittelsachsen vor Gericht.

©  dpa (Symbolbild)

Mittelsachsen. Die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Chemnitz ist für den 6. Juli angesetzt. Dann muss sich ein Mitarbeiter der Kfz-Zulassungsstelle Mittweida wegen Bestechlichkeit und Vorteilsnahme verantworten.

„Der Angeklagte hatte nach freien Wunschkennzeichen recherchiert, diese gegen einen Obolus an den Inhaber eines Kfz-Zulassungsdienstes weitergegeben und Zulassungsbescheinigungen gefälscht“, erklärt Ingrid Burghart, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz.

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Auch der Inhaber des Zulassungsdienstes stand bereits vor Gericht. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn ist aber noch nicht abgeschlossen. Bereits im September vergangenen Jahres wurde der Prüfingenieur der Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

„Er wird beschuldigt, im Zuge der Hauptuntersuchung (HU) Prüfprotokolle nicht nur bei tatsächlich durchgeführten Untersuchungen erteilt zu haben, sondern auf Zuruf auch ohne Vorführung und Begutachtung der Fahrzeuge“, so die Pressesprecherin. Das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig, weil sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte Berufung eingelegt haben. Ein Berufungstermin stehe noch nicht fest.

Gegen Fahrzeughalter, die den „Service“ des Mitarbeiters der Kfz-Zulassungsstelle und des Prüfingenieurs in Anspruch genommen haben, gab und gibt es ebenfalls Ermittlungsverfahren. Gegen drei Beschuldigte wurde Anklage erhoben, zwei Ermittlungsverfahren sind noch anhängig und ein Verfahren wurde im sogenannten Strafbefehlsverfahren abgeschlossen.

Weiterführende Artikel

Haftbefehl wegen gefälschter TÜV-Berichte

Haftbefehl wegen gefälschter TÜV-Berichte

Vier Beschuldigte sollen Schmiergeld genommen haben. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz ermittelt.

Bereits seit dem Jahr 2016 ist das Landeskriminalamt (LKA) dem scheinbar großangelegten Tüv-Schwindel auf der Spur. „Offenbar wurden an einer Vielzahl von Fahrzeugen falsche HU-Plaketten oder falsche Stempel in den Zulassungsbescheinigungen entdeckt. Aufgrund dessen wurden dann Ermittlungen zur Herkunft der Aussteller aufgenommen“, erklärt die Oberstaatsanwältin. Die Beamten des LKA hörten dabei auch Telefongespräche ab und überwachten die Übergabe gefälschter Dokumente.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln