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Wie die kleine Gemeinde Kreba Millionen verbaut 

Eine neue Turnhalle, ein sanierter Sportplatz: Kreba stemmt große Vorhaben derzeit. Profitieren wird das ganze Dorf davon, schon in diesem Sommer.

Noch vor Weihnachten wurde die Bodenplatte für die neue Sporthalle gegossen. Angesichts der milden Temperaturen geht es jetzt kräftig mit dem Rohbau weiter.
Noch vor Weihnachten wurde die Bodenplatte für die neue Sporthalle gegossen. Angesichts der milden Temperaturen geht es jetzt kräftig mit dem Rohbau weiter. © André Schulze

Das Gelände im Zentrum von Kreba ist derzeit eine große Baustelle. Oder soll es noch werden. Denn hier investiert die Gemeinde massiv in die Verbesserung der Sportinfrastruktur. 

Sichtbar ist zurzeit das Geschehen rund um die Turnhalle. Bereits vor Weihnachten war die Bodenplatte für den Neubau fertig geworden. Aktuell sind erneut die Handwerker am Zuge. Angesichts der milden Temperaturen treiben Maurer den Rohbau voran. Nach Auskunft von Bürgermeister Dirk Naumburger wurden die Gewerke dafür bereits komplett ausgeschrieben. "Solange es das Wetter weiter so gut mit uns meint, werden wir in den Bauaktivitäten nicht nachlassen. Es kann natürlich sein, dass bei Frostgraden auch mal eine Ruhepause eingelegt werden muss", erklärt der Gemeindechef den Fortgang der Arbeiten in den nächsten Wochen.

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2,4 Millionen Euro werden eingesetzt

Dass es mit der neuen Turnhalle jetzt Schlag auf Schlag weitergeht, liegt unmittelbar auch an der nun feststehenden Finanzierung. Der abschließende Zuwendungsbescheid trudelte in Kreba-Neudorf nämlich noch vor Jahresende ein. "Damit konnten wir in die nächste Phase starten", freut sich Naumburger über das noch rechtzeitig eingegangene Weihnachtsgeschenk. Im Februar sollen deshalb die nächsten Gewerke ausgeschrieben werden.

Der Bürgermeister hofft, dass die in der Planung kalkulierten Kosten dann auch eingehalten werden können und es beim jetzt anvisierten Kostenvolumen von 2,4 Millionen Euro bleibt. Bei den bisherigen Auftragsvergaben habe das sehr gut geklappt. Ziel der Verantwortlichen in Kreba-Neudorf ist es, das Bauwerk zum Ende des Jahres 2020 fertigzustellen, damit ab Januar 2021 hier Sport getrieben werden kann. Dann steht eine Spielfläche von 16 mal 27 Meter zur Verfügung. Ausgestattet wird das Objekt mit den für Grundschule und Vereinssport notwendigen Sportgeräten.

Neue Planung verzögert den Bau

Eigentlich sollte das Baugeschehen schon viel weiter gediehen sein. Bereits im Dezember 2018 war die Baugenehmigung eingetroffen. Daraufhin hatte man im Februar 2019 den Abriss der alten Turnhalle ausgeschrieben und im März den Auftrag dazu vergeben. Danach jedoch geriet das Projekt ins Stocken. Ab April musste die Planung noch einmal komplett überarbeitet werden.

Wegen der geforderten Barrierefreiheit wurde das Obergeschoss eingespart und dafür der Sportbereich im Erdgeschoss erweitert. Im Juni zeigte sich die Denkmalbehörde jedoch mit der neuen Planung nicht einverstanden. Begründung: Sie zerstöre das Gesamtbild des denkmalgeschützten Schlossparkes. Daraufhin verständigten sich alle Seiten auf einen Kompromiss: Die Turnhalle darf dort entstehen, wo bisher das Bauhofgebäude stand.

Fortschritte bald auch auf der Laufstrecke

Noch nicht viel zu sehen ist derzeit auf dem Sportplatzgelände. Doch auch dort werden die Bauarbeiten - so das Wetter mitspielt - in den nächsten Wochen beginnen. Für rund 100.000 Euro lässt die Gemeinde die 100 Meter-Laufstrecke von einer Aschen- in eine Tartanbahn verwandeln. Auch die Weitsprunggrube, die zugleich für Beachvolleyball genutzt wird, bekommt eine Verjüngungskur. Der Anlauf erfolgt künftig ebenfalls auf Tartan, die Grube wird mit Gummi eingefasst. Über das Programm Schul-Invest werden 75.000 Euro gefördert. Den Rest schießt die Gemeinde aus der Pauschalzuweisung des Freistaates für die sächsischen Gemeinden aus dem Jahre 2019 zu.

Kreba-Neudorf bekommt neuen Rasenplatz

Ebenfalls rund 100.000 Euro kostet die Modernisierung des Rasenplatzes, der in Kreba-Neudorf eine ganz wichtige Funktion inne hat. Nicht nur für den Schul- und Vereinssport ist die Fläche unverzichtbar, im Rahmen des jährlichen Sommer-, Sport- und Parkfestes wird der Platz ebenfalls gebraucht. Mit einer neuen Bewässerungs- und Drainageanlage sollen seine Gebrauchseigenschaften umfassend verbessert werden.

Zum Sommerfest soll alles fertig sein

Schon im Oktober 2019 stand dieses Projekt, in das der Sportverein mit eingebunden ist, finanziell auf sicheren Füßen. Denn da traf vom Freistaat die 50-prozentige Förderzusage ein. Weitere 30.000 Euro teilen sich Gemeinde und Sportverein, etwa 20.000 Euro werden über Eigenleistungen erbracht. Im Herbst waren die infrage kommenden Baufirmen jedoch so stark ausgelastet, dass die Arbeiten nicht mehr zustande kamen. Das soll im Frühjahr nun besser laufen. "Wir sind optimistisch, dass die Unternehmen sich das nun eintakten können", so Dirk Naumburger.

Das Ziel: Zum Sommer-, Sport- und Parkfest im Juli soll alles fertig sein. Dann muss auch der völlig neu angelegte Rasen soweit sein, dass er benutzt werden kann. Rollrasen einzukaufen wäre zwar die schnellere und zeitlich sicherere Variante gewesen, schied aufgrund der hohen Kosten aber aus. Fußballvereine wie Dynamo Dresden müssen in ihren Stadien regelmäßig neue Rollrasenflächen verlegen lassen und legen dafür eine sechsstellige Summe auf den Tisch. "Das können und das wollen wir nicht", sagt der Bürgermeister. Deshalb wird das heranwachsende Grün bis Ende Juli ganz besonders gehegt und gepflegt.

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