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Turnhalle muss lange trocknen

Nach dem Wasserschaden bleibt die Halle am Goethe-Gymnasium in Sebnitz gesperrt. Wann sie wieder öffnet, ist noch unklar.

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Von Dirk Schulze

Als die Faustballer nach ihrem Sonntagstraining das Netz abbauten, wurden sie stutzig. Das untere Ende des Mastes, den sie gerade aus der Halterung gehoben hatten, war nass. In der dafür vorgesehenen Öffnung im Boden der Turnhalle auf der Sebnitzer Weberstraße stand Wasser. Schon in der Woche vor diesem 26. Januar hatte der Hausmeister des Goethe-Gymnasiums einen wiederholten Druckabfall an der Heizung bemerkt. Mehrmals mussten rund 500 Liter Wasser nachgefüllt werden. Der Hausmeister versuchte, das Problem einzugrenzen. Doch nirgendwo im Schulhaus waren Hinweise auf einen Schaden zu finden. Das Haus I des Gymnasiums und die gegenüberliegende Turnhalle hängen an einer zentralen Heizung. Die Verbindung verläuft unter der Weberstraße. Also konnte das Wasser nur in der Turnhalle oder aus der Verbindungsleitung unter der Straße austreten. Nach der Meldung der Faustballer war die Sache klar.

Die Turnhalle hat eine Fußbodenheizung. Der Boden aus Holzspanplatten liegt auf einer Rahmenkonstruktion auf. In dem handbreiten Zwischenraum zwischen den Holzplatten und dem gedämmten Betonboden liegen die dünnen Kunststoffrohre der Heizung. Das Leck hätte sich theoretisch an jeder Stelle der großen Drei-Feld-Halle befinden können. Um es zu finden, musste der Boden geöffnet werden. Nur wo? Die Fachleute begannen dort mit der Suche, wo das Wasser zuerst entdeckt wurde. Rings um die Masthalterung in der rechten Hallenmitte sägten sie ein erstes Rechteck von der Größe zweier A4-Blätter in den Boden – und landeten einen Volltreffer. Das gerissene Rohr liegt direkt darunter.

„Das war wie ein Fünfer im Lotto“, sagt der Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, Andreas Seltmann. Hätten die Bauleute auf der Suche nach der undichten Stelle die halbe Halle aufsägen müssen, wäre der Fußboden womöglich nicht mehr zu retten gewesen. Doch danach sieht es im Moment nicht aus. „Glück im Unglück“, sagt Seltmann. Das Wasser wurde rechtzeitig entdeckt, so konnte sich noch kein Schimmel bilden. Auch das Holz ist aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht angegriffen oder gar aufgeweicht.

Um die Halle wieder trocken zu kriegen, wurden zwei Dutzend runde Löcher in den Boden gefräst. In diesen Öffnungen von etwa 15 Zentimetern Durchmesser stecken nun Schläuche, mit denen die Feuchtigkeit abgesaugt wird. Auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern hat sich das Wasser verteilt. Die Wärmeisolierung im vorderen Bereich der Halle hat sich vollgesogen. Sechs Trockengeräte mit Abluftfilterung sind derzeit im Einsatz.

„Wir hoffen, dass das funktioniert“, sagt Schulleiter Seltmann. Ob das Leck durch mechanische Belastung entstanden ist oder durch Materialermüdung, ist nicht ganz klar. Denkbar wäre beides. Die Halle wurde zum Schuljahresbeginn 1994 eingeweiht, hat also knapp zwanzig Jahre auf dem Buckel.

An Schulsport ist derzeit in der Halle nicht zu denken. Zuerst hatte das Gymnasium noch gehofft, dass nur der mittlere Teil gesperrt werden muss, und die beiden anderen Felder noch benutzt werden können. Doch das klappte nicht. In dieser Woche steht fachübergreifender Projektunterricht auf dem Stundenplan, da ist eh kein Sport vorgesehen. In den nächsten beiden Wochen sind dann erst einmal Winterferien. In der Zeit nach den Ferien müssen die Schüler für ihren Sportunterricht auf die Stadthalle, die Jahn-Turnhalle oder auch auf die Aula des Gymnasiums ausweichen. Rund drei Viertel der Sportstunden können so abgedeckt werden. „Und wenn das Wetter gut genug ist, geht es nach den Ferien auch mal raus“, sagt Seltmann.

Die Trocknung ist vorerst bis zum 7. März geplant. Dann wird die verbliebene Feuchte gemessen. Erst danach kann entschieden werden, mit welchen Arbeiten es weitergeht und wie lange es tatsächlich noch dauert. Wenn alles gutgeht, ist die Halle ab Mitte März wieder frei. Die Stadtverwaltung beziffert die vorläufigen Kosten für Trocknung und Reparatur derzeit auf rund 12 400 Euro. Hinzu kommen noch weitere Kosten für die Reparatur der Fußbodenheizung und die elektrische Absicherung. Die liegen derzeit noch nicht vor.