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Sport frei in Döbelns neuer Halle

Mit fast einem Jahr Verzögerung geht die Sporthalle in Döbeln-Nord in Betrieb. Sie ist auch für die Vereine wichtig.

Das Gebäude steckt in einer Metallfassade. Die Oberfenster der großen Halle verschwinden dahinter.
Das Gebäude steckt in einer Metallfassade. Die Oberfenster der großen Halle verschwinden dahinter. © Dietmar Thomas

Döbeln. Neben der neuen Sporthalle in Döbeln Nord laufen noch die letzten Arbeiten im Gelände und an den Wegen. Die Fenster des Foyers müssen auch noch geputzt werden. Aber sonst ist die neue Sporthalle bereit, in Betrieb genommen zu werden. 

Am Dienstag hatte Hausmeister Frank Finke die Vertreter der Sportvereine eingewiesen und die Schlüssel übergeben. Am Montag können zum ersten Mal die Schüler der Grund- und der Oberschule Am Holländer die neue Halle in Beschlag nehmen, die noch ganz neu nach Farbe und Sportboden riecht. 

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„Es ist eine moderne zukunftsfähige Sporthalle. Die entspricht allen Ansprüchen“, meinte Oberbürgermeister Sven Liebhauser, der sich am Mittwoch durch den Bau führen ließ.

Die sogenannte Zweifachsporthalle lässt sich durch einen Vorhang in der Mitte trennen. Auch Spiele auf Großfeld in Handball und Baskettball sind möglich.
Die sogenannte Zweifachsporthalle lässt sich durch einen Vorhang in der Mitte trennen. Auch Spiele auf Großfeld in Handball und Baskettball sind möglich. © Dietmar Thomas

Für die Stadt ist die Sporthalle vor allem aus einem Aspekt ein ungewöhnlicher Bau. Kaum ein Projekt hatte so massiven Ärger bereitet. Der Bauverzug beträgt fast ein Jahr. Eigentlich sollte die Halle schon im Herbst vergangenen Jahres fertig sein. Es seien nur ein oder zwei Betriebe gewesen, die zu den erheblichen Verzögerungen geführt hätten, sagte Liebhauser. 

Kosten der neuen Sporthalle: über vier Millionen Euro

Vor allem mit der Firma, die für die Fassade und die Fenster zuständig war, gab es massiven Ärger. Wenn die Terminkette erst einmal nicht eingehalten wird, wirke sich das auf alle anderen Gewerbe aus, sagte Regina Hlozek vom Bauamt. „Die muss man dann erst einmal wieder eintakten.“

Es hat ein Jahr länger gedauert. Das ist ärgerlich. Aber jetzt müssen wir nach vorne schauen“, sagte Liebhauser. Im September soll dann auch noch die offizielle Übergabe an die Schulleitungen erfolgen.

Im Frühjahr 2018 war mit dem Bau begonnen worden. Die Halle ist eines der größten Vorhaben der Stadt der vergangenen Jahre. Über vier Millionen Euro sind für den Bau vorgesehen. Die alte Sporthalle, die ebenfalls von beiden Schulen genutzt wird, ist für die Ansprüche zu klein. Ein Teil der Oberschüler musste an die Burgstraße zum Sportunterricht.

Mehrzweckhalle mit Prallschutz und Trennwand

Jetzt steht eine große sogenannte Zweifelderhalle zur Verfügung, die sich durch einen Vorhang trennen lässt. Außerdem gibt es noch einen kleineren Mehrzweckraum, der für den Sportunterricht nutzbar ist. 

Vor allem die Grundschüler müssten für ihre Bewegungsübungen nicht unbedingt in der großen Halle Sport treiben, sagte Regina Hlozek.  Aber auch die Oberschule wird die kleine Halle für bestimmte Sportarten nutzen, so Gisbert Raasch, Sportlehrer und stellvertretender Schulleiter der Oberschule.

Die Stadt hatte für die Sporthalle einen Wettbewerb mit Lösungsvorschlag ausgeschrieben, den die Arge Buruckerbarnikol + Thoma Architekten gewonnen hatte. Nach dem Entwurf hat die Sporthalle ein großzügiges Foyer. 

„Dort können Pokale aufgestellt werden“, sagt Regina Hlozek und zeigt auf eine eingebaute Glasvitrine. Gleich daneben hängt ein Bildschirm, der von der Oberschule mit Informationen beschickt werden kann.

Einen besonderen Charakter bekommt sie durch die Dachkonstruktion aus Leimholzbindern. Belüftet wird sich durch Oberlichter, beheizt durch eine Fußbodenheizung.
Einen besonderen Charakter bekommt sie durch die Dachkonstruktion aus Leimholzbindern. Belüftet wird sich durch Oberlichter, beheizt durch eine Fußbodenheizung. © Dietmar Thomas

Die Mehrzeckhalle ist auch mit einem Sportboden ausgestattet worden. Raumprägend ist die Dachkonstruktion aus Leimholzbindern. Auch an den Schallschutz wurde gedacht. Die sogenannten Trapezbleche der Deckenverkleidung seien gelocht, damit sie den Schall schlucken können, sagte Regina Hlozek.

Wie die Sporthalle ist auch der Mehrzweckraum mit Prallschutz an den Wänden ausgestattet. Hier werden nach Schulschluss auch verschiedene Freizeitsportgruppen wie die Judoka, Karatekämpfer und Floorballer trainieren. 

Alte Sporthalle am Schulzentrum wird noch gebraucht

Die alte verschlissene Sporthalle an der Staupitzstraße kann dann wie geplant geschlossen werden. Benötigt wird dagegen noch die alte Sporthalle am Schulzentrum in Döbeln Nord. Denn die Trainingskapazitäten für die Vereine würden nicht ausreichen, wenn man sie schließt. 

Die Stadt will aber die Betreibung abgeben und ist dazu mit Sportvereinen wie dem Döbelner SC im Gespräch, sagte Liebhauser. „Der Trainingsbetrieb sollte erst einmal für die nächsten fünf Jahre fortgeführt werden“, sagte Liebhauser. 

Dafür seien auch notwendige Modernisierungsarbeiten denkbar. Grundsätzlich sei die Halle, die in den 1980er Jahren mit den Schulen gebaut wurde, in einem zumutbaren Zustand.

Vier Umkleideräume mit Duschen und WC hat die Sporthalle, zwei davon sind behindertengerecht. Ein Oberlicht lässt Tageslicht herein.
Vier Umkleideräume mit Duschen und WC hat die Sporthalle, zwei davon sind behindertengerecht. Ein Oberlicht lässt Tageslicht herein. © Dietmar Thomas

Die Bedingungen in der neuen Halle sind aber sicher besser. Den Sportlern stehen vier Umkleiden mit Duschen zur Verfügung. Zwei davon sind behindertengerecht ausgestattet. Beste Bedingungen bietet auch die Zweifachsporthalle. „Wir sind zufrieden, was die Ausstattung anbelangt. 

Alle Geräte sind da, die wir nach den Lehrplänen brauchen. Wir waren von Anfang an voll einbezogen, das war ein gutes Wechselspiel mit der Stadtverwaltung“, sagte Gisbert Raasch.

Maximal 200 Personen sind in Döbelner Halle zugelassen

Die Halle lässt sich mit einem absenkbaren Vorhang in zwei Bereiche trennen. Der Trennvorhang dämmt auch den Schall und ist entsprechend schwer. „Er wiegt vier Tonnen“, sagte Frank Finke. Jede Hallenhälfte ist mit Basketballkörben und Toren ausgestattet. Von der Decke lassen sich auch die Basketballkörbe fürs Großfeld elektrisch ablassen.

Auch für Handballspiele ist die Halle ausreichend. Allerdings ist sie nicht für großen Publikumsverkehr ausgelegt. Maximal 200 Personen dürfen sich in der Halle aufhalten. Damit zählt diese nicht als Versammlungsstätte, erklärte Regina Hlozek. Die Sicherheitsvorkehrungen hätten anderenfalls deutlich umfangreicher ausfallen müssen.

Belüftet wird die Halle durch das Fensterband unterhalb der Decke. Jedes zweite Fenster lässt sich per Elektromotor öffnen. Die Fenster waren auch ein Grund für die Verzögerungen. Die Firma konnte nicht die von der Stadt geforderten Zertifikate für Haltbarkeit und Sicherheit dieser Fenster beibringen. 

Zur Selbsthilfe gegriffen

Um den Fertigstellungstermin nicht noch weiter zu verzögern, hatte die Stadt zur Selbsthilfe gegriffen. Sie ließ eines der Fenster ausbauen und in ein Institut bringen, wo es den nötigen Belastungstest unterworfen wurde. 20.000 Mal wurde das Fenster geöffnet und wieder verschlossen. Das sind jedes Mal um die 45 Sekunden und dauerte allein dadurch geraume Zeit. 

Hausmeister Frank Finke und Oberbürgermeister Sven Liebhauser (von links) testen die neuen Basketbälle schon mal aus.
Hausmeister Frank Finke und Oberbürgermeister Sven Liebhauser (von links) testen die neuen Basketbälle schon mal aus. © Dietmar Thomas
Hausmeister Frank Finke steht in der Heizzentrale der Halle. Sie wird mit Fernwärme beheizt. 
Hausmeister Frank Finke steht in der Heizzentrale der Halle. Sie wird mit Fernwärme beheizt.  © Dietmar Thomas
Sportlehrer Gisbert Raasch freut sich bereits auf die ersten Sportstunden. Alle Geräte und Sportutensilien sind neu angeschafft worden.
Sportlehrer Gisbert Raasch freut sich bereits auf die ersten Sportstunden. Alle Geräte und Sportutensilien sind neu angeschafft worden. © Dietmar Thomas

Den Test hat das Fenster klaglos überstanden. „Wir haben dieses Fenster danach natürlich nicht wieder einbauen lassen“, sagte Regina Hlozek. Die Kosten für diese Tests hat die Stadt vorfinanziert, will sie aber von der Baufirma zurückfordern.

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