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In Kreba gelingt es, in Zodel stockt es

Mit großzügiger Förderung werden Sporthallen neu gebaut oder saniert. Aber nicht überall klappt das reibungslos. Neißeaue hat Ärger damit.

In der Turnhalle hinter der Grundschule in Zodel sollten die Arbeiten schon längst begonnen haben. Aber eine Unterschrift fehlt in den Bauunterlagen.
In der Turnhalle hinter der Grundschule in Zodel sollten die Arbeiten schon längst begonnen haben. Aber eine Unterschrift fehlt in den Bauunterlagen. © André Schulze

Das hörte sich zu Jahresbeginn gut an: Die Schulsporthalle in Zodel wird grundlegend saniert. Fördermittel von 1,4 Millionen Euro sind in Aussicht gestellt, um das in die Jahre gekommene Gebäude einer Generalüberholung für rund 1,6 Millionen Euro zu unterziehen. Ende März sollte Schluss sein mit Sport und die Bauarbeiter kommen. Für das letzte Märzwochenende war sogar eine Abrissparty in der Halle geplant gewesen. Corona sorgte aber für eine Absage der letzten Party in der alten Halle.  

Zweieinhalb Monate später ist Bürgermeisterin Evelin Bergmann nicht nach Party zumute. "Es geht nichts los und uns rennt die Zeit davon", sagt Bergmann sichtlich genervt. "Wir wollten schon mitten in den Abrissarbeiten sein." Stattdessen wird wieder Schulsport getrieben und die Vereine hoffen darauf, in der Wintersaison die Halle doch noch nutzen zu können. Derweil hätte sich die Corona-Zeit doch ideal angeboten für diese Baumaßnahme, wenn sowieso kein Sport in der Halle stattfinden darf.  

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Dass es noch nicht losgegangen ist, dafür sorgt unter anderem auch ein Entscheider in Bonn im Bundesinnenministerium. "Ohne seinen Stempel und seine Unterschrift auf der baufachlichen Stellungsnahme kommen wir nicht an die Fördermittel und dürfen den Umbau nicht beginnen", sagt die Bürgermeisterin. Sie ist verärgert, weil für die Genehmigung der Turnhallensanierung die gleichen Maßstäbe wie für einen Neubau angesetzt werden, dabei werden die vorhandenen Gegebenheiten völlig außer Acht gelassen. 

Gut 120.000 Euro an Mehrkosten

Wenn Neißeaue die Vorschriften für einen Hallenneubau eins zu eins umsetzen will, dann muss nochmal etwas umgeplant werden. Das wird auch getan, da ansonsten eine Genehmigung vom Bundesministerium nicht erteilt wird. Die baulichen Veränderungen beziehungsweise Ergänzungen würden schätzungsweise 120.000 Euro betragen. "Wir als Gemeinde können dieses Geld nicht so einfach auf den Tisch legen, und ob es zusätzliche Fördermittel dafür gibt, ist ungewiss. Ich habe natürlich vollstes Verständnis dafür, dass Regeln und Vorschriften auch eingehalten werden müssen, mir ist aber auch bekannt, dass es auch Kompromisslösungen geben kann." Ein Vor-Ort-Termin mit den Entscheidern sollte anberaumt werden, der jedoch aufgrund der Cornona-Krise derzeit nicht möglich ist, Dienstreisen werden wohl momentan nicht genehmigt. Evelin Bergmann hat große Bedenken, dass das ganze Vorhaben schließlich stirbt, weil möglicherweise die zusätzlichen Forderungen nicht zu bezahlen sind. Die Fördermittel vom Bund müssen bis Ende 2023 verbraucht und abgerechnet sein. In der kommenden Gemeinderatssitzung wird noch einmal ausführlich darüber informiert.   

Wie die neue Turnhalle in Kreba-Neudorf aussehen wird, davon kann man sich bereits ein Bild machen.
Wie die neue Turnhalle in Kreba-Neudorf aussehen wird, davon kann man sich bereits ein Bild machen. © André Schulze

Kreba hat Erfolg beim dritten Anlauf

Erfolgsversprechender ist es in Kreba-Neudorf. Dort wird die Turnhalle neu gebaut und mit ihr auch der Sportplatz. "Für uns sieht es gut aus. Das Dach ist fertig und die Fenster sind drin. Jetzt haben die Innengewerke wie Heizung/Sanitär, Fliesenleger und Tischler zu tun", nennt Bürgermeister Dirk Naumburger den Baustand. Aber bis dieser erreicht werden konnte, brauchte die Gemeinde Kreba-Neudorf einen langen Atem. 

Dirk Naumburger berichtet: Bereits 2014 entwickelte sich die Idee, die Turnhalle umfangreich zu sanieren. Ein erster Versuch zur Beantragung von Fördermitteln im Jahr 2015 scheiterte leider. Erst der zweite Anlauf war mit der Zusage von 1,525 Millionen Euro im März 2017 erfolgreich. Bei der Prüfung der Planungsunterlagen wurde jedoch festgestellt, dass eine Sanierung deutlich unwirtschaftlicher im Verhältnis zum Neubau ist. Deshalb wurde die Planung auf einen Neubau einer Ein-Felder-Halle auf einem neuen Standort abgeändert. Die aktuelle Kostenschätzung geht von einer Bausumme von 2,3 Millionen Euro aus.

Ziel ist es, am Jahresende die Halle einzuweihen. Bis dahin müssen die Fördermittel verbaut sein. Der Höchstfördersatz für Kreba beträgt rund 1,9 Millionen Euro, sagt der Bürgermeister. Wie Neißeaue ist auch Kreba-Neudorf glücklich, aus dem entsprechenden Bundesprogramm eine großzügige Förderung zu bekommen. Für Kreba-Neudorf sind das rund 82 Prozent der Baukosten. In der Turnhalle werden außerdem zwei Vereinsräume geschaffen: für den Sport und für die Jugend. 

In zwei Bauetappen wird die Sporthalle Nieder Seifersdorf saniert. In diesem Jahr geht es im Inneren weiter. Dazugekommen ist ein Anbau.
In zwei Bauetappen wird die Sporthalle Nieder Seifersdorf saniert. In diesem Jahr geht es im Inneren weiter. Dazugekommen ist ein Anbau. © André Schulze

In Nieder Seifersdorf wird angebaut

Mit einem Millionenbetrag wird auch die Sporthalle in Nieder Seifersdorf auf den modernen Stand gebracht. Darüber freuen sich nicht nur die Radsportler vom RSV "Pfeil", die hier trainieren und ihren Vereinssitz haben, sondern auch die Mädchen und Jungen der benachbarten Grundschule. Mit der damaligen POS wurde 1988 auch die Turnhalle gebaut und eingeweiht. 30 Jahre später ist mit dem Sanieren der  Außenhülle begonnen worden. Dach, Fassade und Fenster sind inzwischen erneuert. In diesem Jahr geht es für rund 1,2 Millionen Euro im Inneren weiter. Vor allem die Sanitärräume, aber auch die Heizung werden neu gebaut und die Elektrik erneuert. Zudem hat die Turnhalle einen Anbau bekommen, der als Geräte- und Bewegungsraum dient. Zum Jahresende soll alles fertig sein.   

Seit August vergangenen Jahres ist die Turnhalle "Emil von Schenckendorff" an der Jägerkaserne in Görlitz in Betrieb.
Seit August vergangenen Jahres ist die Turnhalle "Emil von Schenckendorff" an der Jägerkaserne in Görlitz in Betrieb. © André Schulze

Görlitz hat Platz für zwei Felder

Die Stadt Görlitz kann sich seit einem knappen Jahr mit einer neuen Sporthalle rühmen. Sie steht neben der Jägerkaserne an der Hugo-Keller-Straße. Die als Zweifeld-Sporthalle gebaute Sportstätte  ist der Ersatzneubau für die wegen Hochwasserschäden und anhaltender Hochwassergefährdung außer Betrieb genommene Sporthalle am Hirschwinkel. Der Neubau sollte ursprünglich 6,95 Millionen Euro kosten mit einer Förderung von 90 Prozent, informiert Stadtsprecherin Sylvia Otto.

Reibungslos verlief der Bau nicht. Verzögert wurde der Ablauf durch den Fund eines historischen Wehrturms, weshalb das Landesamt für Archäologie hinzugezogen werden musste und auch Bauplanungen angepasst wurden. Das beides und höhere Baupreise verteuerten den Neubau auf 8,7 Millionen Euro. Schließlich wurde die Zeit knapp, um den Fertigstellungstermin zu halten. Deshalb ist mit den Baufirmen vereinbart worden, Bauabläufe so zu gestalten, um in kürzerer Zeit mit mehr Arbeitskräften und Technik aktiv zu werden. Das hat funktioniert, die geplante Eröffnung zum neuen Schuljahr konnte im vergangenen August erfolgen.

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