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Turnier der Extreme

Jogis Jungs segeln auf dem Atlantik, aber die größte Herausforderung kommt noch.

Philipp Lahm ist beeindruckt. Weniger vom Segeltörn auf dem Atlantik. Es sei interessant gewesen zu sehen, wie man als Crew zusammenarbeiten muss: Segel hochziehen, Anker einholen, Wendemanöver. Bevor die deutschen Nationalspieler gestern mit Mike Horn vor Santo Andrè auf dessen 35 Meter lange Jacht durften, hatte ihnen der südafrikanische Extremsportler mittels eines Vortrages gezeigt, „was der menschliche Körper imstande ist zu leisten“, wie Lahm berichtet: „Unglaublich!“ Horn war als Erster von der Amazonas-Quelle bis zur Mündung geschwommen und allein am nördlichen Polarkreis.

Der 47-Jährige weiß, wovon er redet, wenn er über außergewöhnliche Herausforderungen spricht. Seine Erfahrungen sollen die Spieler motivieren, die klimatisch schwierigen Bedingungen in Brasilien anzunehmen und so über die eigenen Grenzen zu gehen. „Man muss sehr gut vorbereitet sein und immer Achtung haben vor dem Gegner, das wollte er uns mitgeben“, berichtet Lahm. Der Kapitän spricht einerseits von der guten Stimmung, warnt aber andererseits vor der Gefahr. Erst, wenn das Turnier losgeht, werde der Teamgeist auf die Probe gestellt. „Wenn manche Spieler auf der Bank sitzen und nicht zum Einsatz kommen, wie sie es gewohnt sind.“

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Schon bei der EM 2012 waren Zweifel am Zusammenhalt der Truppe aufgekommen. Die Stimmung, räumt Lahm ein, sei anders gewesen als in Südafrika zwei Jahre zuvor. „Bei der WM 2010 haben viele ihr erstes Turnier bestritten, 2012 waren alle schon gestandene Profis und gewohnt, in ihren Vereinen auf Top-Niveau zu spielen.“ Eine potenzielle Unzufriedenheit könnte ein entscheidender Faktor sein, auch wenn Lahm betont, dass bei diesem Turnier der Extreme erst recht jeder gebraucht werde. „Es wird wichtig sein, dass in der 60., 70. Minute Spieler von der Bank kommen, die sofort da sind und ein Spiel entscheiden können“, erklärt der Kapitän.

Ob er rechts hinten oder doch zentral im defensiven Mittelfeld spielen wird, wollte Lahm nicht verraten, obwohl er es offenbar weiß. Selbstverständlich habe er mit dem Bundestrainer gesprochen, es liege aber nicht in seiner Verantwortung, das öffentlich zu machen. Er brauche sowieso nur „fünf bis zehn Minuten“, um sich auf einen Positionswechsel einzustellen, meint er – und grinst in sich hinein. (SZ/-ler)