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Turow bereitet neuen Energieblock vor

Er soll 15 Prozent weniger CO2 ausstoßen als die älteren Teile des Kraftwerks. Möglich macht das moderne Technik.

Blick auf das Kraftwerk Turow.
Blick auf das Kraftwerk Turow. © Matthias Weber/photoweber.de

Im Tagebau Turow wird derzeit daran gearbeitet, ein neues  Beförderungssystem aufzustellen. Es soll den Transport der Braunkohle ins nahe gelegene Kraftwerk sicherstellen. Laut dem Betreiber PGE soll mit dieser Investition vor allem die durchgängige und sichere Versorgung des bald an den Start gehenden neuen Energieblocks Nr. 7 gewährleistet werden. Die etwa drei Kilometer lange Magistrale besteht aus einem Netz von vier kompletten Transportbändern. Deren technische Parameter werden mit einer Beförderungskapazität von 8.100 Kubikmetern Kohle pro Stunde bei einer Bandgeschwindigkeit von 5,24 Metern pro Sekunde angegeben.

Für den Transport der Kohle kommen automatisierte Wechselbänder zum Einsatz, die über Bandwagen eine fließende Regulierung der Transportgeschwindigkeit in Abhängigkeit von den Kohlemengen ermöglichen. "Das trägt zur Verringerung von Lärmemissionen bei, spart Elektroenergie und hat Einfluss auf einen niedrigeren technischen Verschleiß der einzelnen Elemente", sagt Tagebaudirektor Slawomir Wochna. Zudem werden auf jedem der vier Systeme Brecherwerke montiert, sodass die Braunkohle bereits als Granulat zerkleinert ins Kraftwerk kommt. Dort wird sie dann verbrannt. Mit der Montage des Netzsystems wurde das zur PGE-Gruppe gehörende Unternehmen RAMB beauftragt.

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Strom für 2,3 Millionen Haushalte

Die auf Bergbauausrüstungen spezialisierte Firma hatte bereits im Mai 2020 die Abraumförderbrücke ZGOT 11.500 für den Tagebaubetrieb am Standort Turow vorbereitet. Nach eigenen Angaben war das eine der größten Bergbaugrundmaschinen in ganz Europa. Wie PGE weiter mitteilt, sei das Kraftwerk Turow durch die Belieferungen aus dem Tagebau momentan in der Lage, elektrischen Strom für etwa 2,3 Millionen Haushalte zu liefern. Das Kraftwerk erfülle alle verbindlichen Emissionsnormen und sei auf die Übernahme der strengen Normen der EU vorbereitet.

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Der Energieblock Nr. 7, der momentan für den Einsatz vorbereitet wird, schaffe einen CO2-Ausstoß von etwa 0,9 Tonnen pro Megawattstunde - und damit etwa 15 Prozent weniger als die älteren Blöcke des Kraftwerks. Moderne technische Lösungen, die beim Bau des neuen energetischen Blocks verwendet wurden, würden eine hohe Effizienz bei der Energieerzeugung zur Folge haben. Mit der nach Inbetriebsetzung des neuen Blocks sowie abgestimmt auf die in Turow lagernden Vorräte erzeugten Energiemengen, können in den nächsten 25 Jahren zusätzlich eine Million Haushalte mit Strom versorgt werden, heißt es abschließend in der Pressemeldung.

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