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Kamenz schnürt ein Corona-Hilfspaket

Die Stadt will ihre Einwohner kostenlos mit Atemschutzmasken versorgen - und noch mehr Geld für Hilfe in der Krise ausgeben.

Kamenz will seine Einwohner kostenlos mit Mundschutzmasken versorgen. Das ist Bestandteil eines Corona-Hilfspaketes, das die Stadt jetzt auf den Weg bringt.
Kamenz will seine Einwohner kostenlos mit Mundschutzmasken versorgen. Das ist Bestandteil eines Corona-Hilfspaketes, das die Stadt jetzt auf den Weg bringt. © Symbolfoto: dpa/Hendrik Schmidt

Kamenz. Die nächsten verschärften Corona-Anordnungen werden schon diskutiert, etwa eine Mundschutzpflicht für bestimmte Bereiche. Um Atemschutzmasken geht es auch im Corona-Paket, das die Stadt Kamenz jetzt auf den Weg bringt. Der Stadtrat hat dafür sein Okay gegeben. Nun tagen die Krisenstäbe, um zu klären, wie alles umgesetzt werden kann. Ein Kernpunkt sind Masken für den Mund-Nase-Schutz. Die sind knapp oder werden mitunter überteuert angeboten.

Die Stadt Kamenz hat sich nun vorgenommen, die Mehrzahl ihrer Einwohner kostenlos damit zu versorgen. Aus der Stadtkasse sollen dafür sofort 80.000 Euro fließen, kündigte Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) jetzt an. Dieser Fakt allein wäre natürlich aber wenig hilfreich, ohne bereits eine Bezugsquelle für solche Schutzmasken zu haben, sagte Dantz mit Blick auf die schwierige Lage bei der Beschaffung solcher Masken.

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Kamenz könne diese aber von zwei Unternehmen in der Stadt kaufen, die sich bereiterklärt hätten, den Auftrag zu übernehmen. Derzeit seien noch Details zu klären, die Namen der Unternehmen deshalb noch unter Verschluss. Mit einer Größenordnung von 17.000 Stück rechnet die Stadt derzeit.

Lieferung bis in den Briefkasten

Und wie kommen die Masken zu den Bürgern? Das ist in diesen Tagen mit zahlreichen Einschränkungen des Lebens keine leichte Aufgabe. Eine Ausgabe könnte Menschen-Aufläufe verursachen. Deshalb sollen die Masken in der Kamenzer Kernstadt über ein Postunternehmen verteilt werden. Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen den Mund-Nasen-Schutz in Kuverts verpacken, so der Plan.

An die Haushalte ausgeliefert werden sollen sie in Etappen nach Ostern – für Erwachsene und für Kinder ab sechs Jahren, da es mit passenden Masken für kleinere Kinder schwierig sei. „Kostenlos“, betont der Bürgermeister. Den Sendungen liege aber ein Schreiben bei. Darin werde zu einer Spende aufgerufen. In den Ortsteilen sollen die Schutzmasken nach Information der Stadt über die Ortschaftsräte verteilt werden. 

Zum Corona-Paket der Stadt gehört auch ein weitreichender Beschluss, um die medizinische Versorgung sicherzustellen, falls sich die Situation weiter zuspitzen sollte. Dabei geht es um eine Unterstützung des Kamenzer Krankenhauses. So legt die Stadt eine Art Fonds auf, der mit 100.000 Euro ausgestattet ist. Falls das Krankenhaus in finanzielle Not gerate, könne es Anträge auf Gelder stellen, um die Pandemie zu bewältigen, erklärt der OB.

Finanzielle Hilfe fürs Krankenhaus

Der Zuschuss sei als Darlehen gedacht. Falls eine Rückzahlung  durch das Krankenhaus jedoch nicht zu stemmen sei, dann springe unter gewissen Voraussetzungen die Stadt ein. Wichtig sei, den medizinischen Standort zu erhalten.

Gewerbetreibenden, die aufgrund der Corona-Krise in eine schwierige Situation geraten, kann die Gewerbesteuer bis Mitte August zinsfrei gestundet werden. Außerdem will die Stadt eine Umfrage zum Bedarf an Schutzausrüstung bei Ärzten und Pflegeeinrichtungen starten und das Ergebnis an das Gesundheitsamt weitergeben, falls es dort so eine Abfrage noch nicht gegeben hat.

Damit sollen Lücken in der Kommunikation geschlossen und dem Bedarf Nachdruck verliehen werden. Mit dem Paket soll bei den Bürgern die Botschaft ankommen: Der Stadtrat habe sich intensiv mit der Krise befasst, um im Rahmen der städtischen Möglichkeiten zum Schutz der Bürger beizutragen. 

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